Zwift ZHR Masters TT Series

Als alter Sack weit jenseits der 50 hat man auf Zwift keinen Auftrag gegen die jungen Burschen. Aber zum Glück gibt es auch einige wenige Rennen, bei denen die Klasseneinteilung nicht nach w/kg sondern nach Lebensalter erfolgt, z.B. bei den Rennen des ZHR Cycling & Running Club. Jeden Donnerstag Abend finden hier Einzelzeitfahren statt, mit einer Klasseneinteilung in 5-Jahres Schritten. Zusätzlich kann man sich auf zwiftpower.com eine spezielle Ergebnisliste ansehen, die nach dem Reglement der Britischen Veterans Time Trial Association (VTTA) erstellt wird, einer Handicap-Wertung je nach Alter des Sportlers. Neben Punk-Rock und Weingummi das Beste, was das Vereinigte Königreich je hervorgebracht hat. 🙂

Nach einer 4-wöchigen Zwift-Pause wegen bestem Outdoor-Wetter bin ich gestern beim ZHR Masters TT Series Rennen über 16km auf dem ebenen Watopia / Tempus Fugit Kurs gestartet und es lief trotz fehlender Auslastung in den letzten Wochen ganz gut. Ein solides Pacing ohne Einbruch bescherte in 22:18min Platz 6 insgesamt und Platz 3 in der VTTA-Wertung.

GCA eSports CUP

Die German Cycling Academy, das digitale Trainings- und Rennprogramm des Bundes Deutscher Radfahrer, die nach eigenem Anspruch Deutschlands schnellste und talentierteste Indoor-Sportler*innen sucht, hat eine vierwöchige Mittwochabend Rennserie auf der Indoor-Plattform Zwift ins Leben gerufen: den GCA eSports Cup. Gefahren wird getrennt in den Leistungs-Klassen A, B, C, D und Damen. Motto: Hier können sich alle messen, die Bock auf #ballern haben und sich für das GCA Talent-Team bzw. GCA Pro-Team empfehlen möchten. Da bin ich ja genau richtig, LOL. Na ja, neben Ruhm, Ehre und Fitness gibt es auch etwas Handfestes zu gewinnen: unter allen Teilnehmern, die mindestens drei der vier Rennen bestreiten, wird ein DT Swiss PR 1600 SPLINE 32 db Laufradsatz verlost. Ok, da ist der Schwabe dabei. 😉

Das erste Rennen wurde heute auf dem Krit-Kurs „Downtown Dolphin“ über 12 Runden (= 24 km und 200 hm) ausgetragen, natürlich viel zu kurz und schnell für einen alten, fetten Sack wie mich. 69 Fahrer/innen waren in der B-Klasse am Start, darunter auch Tanja Erath vom Team Canyon/SRAM. Wie nicht anders zu erwarten, wurde vom Start weg ein horrendes Tempo angeschlagen, das aber nach der ersten Runde ziemlich einschlief. Attacken Fehlanzeige und alles schien auf einen Massensprint hinauszulaufen. Erst in der vorletzten Runde wurde das Tempo auf dem kurzen Kopfsteinpflaster-Anstieg verschärft und es bildete sich eine 20-köpfige Spitzengruppe, die den Sieg im Massensprint unter sich ausmachte. Da blieb mir nur der 14. Platz, aber immerhin war ich der schnellste 50+ Fahrer. 🙂

Edit 03.12.2020: Die offiziellen Ergebnisse sind online. Anscheinend zählen nur Fahrer unter Deutscher Flagge für die Gesamtwertung. Und schwupps bin ich 11ter.

Zwift Racing League – Race 1

Seit heute ist die bislang größte Rennserie auf Zwift am Start. In Zusammenarbeit mit der WTRL Community hat Zwift die Zwift Racing League ausschließlich für Teams organisiert mit wöchentlichen Rennen in diversen Zeitzonen und Leistungskategorien, Aufstieg und Abstieg, Live-Übertragungen auf Youtube, etc. Da simma dabei, nicht zuletzt weil ich in wenigen Tagen mein 5-jähriges Jubiläum auf Zwift feiern kann. Das Regelwerk ist etwas kompliziert, aber mein Team VISION hat ein paar engagierte Fahrer, die das alles organisieren. Bei den ersten beiden Rennen zählt wohl die Durchschnittszeit aller Teamfahrer, danach werden die endgültigen Gruppen eingeteilt und dann gibt es Punkte für die ersten 30 sowie für die ersten 5 bei den jeweiligen KOMs auf der Strecke.

Das erste Rennen heute ging über 51km und 573hm auf der verkürzten Big Foot Hills Runde auf Watopia mit dem Titans Groove Reverse KOM als Ziel. 131 Fahrer waren in meinem Rennen am Start und blieben bis zur ersten Bergwertung nach 15km kompakt zusammen. Obwohl ich mich gut vorne positioniert hatte, flog ich kurz vor dem Kulminationspunkt mit Puls 172 (also kurz vor dem Exitus) aus der Spitzengruppe heraus. Zum Glück bildete sich aber schnell eine Verfolgergruppe, die mit angenehm gleichmäßigem Tempo einige zurückgefallene Fahrer einsammelte und am Schluß um Platz 30 fuhr. Auf den letzten 200m zum Ziel bin ich dann tatsächlich gestorben und kam (vorläufig) auf Rang 34 an. Hat trotzdem Spaß gemacht, denn im Team zu fahren sorgt für mehr Motivation. Nächste Woche steht dann das erste Team-Zeitfahren an. Hab ich schon einige Male gemacht und ist eine ganz spezielle Herausforderung.

Solid Sprint

Nathan Guerra, US MTB-Pro und Zwift Legende, kommentiert seit 5 Jahren live gestreamte Rennen auf der führenden Indoor-Plattform. Sein „Good morning, good evening, good afternoon“ Intro ist mittlerweile schon legendär. Zusammen mit dem amerikanischen Racing Announcer Dave Towle moderiert er derzeit die „3R & Wahoo Ride Real Race Series“, eine 7-Etappen Rennserie, bei welcher sich die Gesamtwertung nach der Gesamtzeit richtet und nicht nach Punkten oder Platzierungen. So wie bei richtigen Etappenrennen outdoor. Für Nathans Team VISION fahre ich seit Beta-Tagen auf Zwift und eigentlich sollte er wissen, dass ich alles Andere als ein Sprinter bin. Aber ich nehme es ihm nicht übel, dass er mir im vierten Rennen der Serie am 09.06.20 die Fähigkeit, einen „Solid Sprint“ abzuliefern, unterstellt hat. Letztendlich reichte es zwar wenig überraschend nur für Platz 10 von aus einer 29-köpfigen Spitzengruppe der 115 Starter, aber in der Gesamtwertung der B-Klasse hab ich mich auf Platz 4 vorgearbeitet.

Zwift ohne UI

Weiteres Event im Zwift Jarvis Club heute, dem exklusiven Kreis spezieller Zwift User, in welchem neue Features getestet werden: Ein „Sight and Sounds Tour“ Group-Ride über 60 Minuten auf dem Watopia Waistband Kurs geführt von „Jarvis the Bear“. Der entpuppte sich zwar nicht als der plumpe Braunbär, der auf Watopia ab und zu von einem Baum plumpst, sondern als simples Zwift HQ Member mit zotteliger Haarpracht, darum ging es aber auch nicht.

Getestet wurde ein Screen ohne UI, d.h. auf dem Bildschirm waren nur die Fahrer und die Landschaft zu sehen. Alle Daten außer den Fahrer-Namen über den Köpfen waren ausgeblendet: keine eigenen Daten, keine Riders List, keine Leader-Boards, keine Map, nichts. Für einen Daten-Junkie wie mich zunächst sehr ungewohnt. Dass man seine Daten über die Zwift App auf dem Handy trotzdem angezeigt bekommt, habe ich erst später bemerkt.

Interessant war, dass der Group-Ride mit einer Vorgabe von 2,5 w/kg ausgeschrieben war und dass meine Gruppe, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, tatsächlich durchgehend im Bereich 2,5 – 3 w/kg gefahren ist. Da im Jarvis Club nur erfahrene Zwift-User unterwegs sind ein Zeichen dafür, dass man seine Leistung bei entsprechender Erfahrung auch ohne Datenanzeige relativ genau einschätzen kann.

Ebenso interessant war, dass ich mich dabei ertappt habe, viel intensiver auf die virtuelle Landschaft und die vielen Details in der Zwift-Welt zu achten, die einem ansonsten nicht auffallen.

Fazit: Ein Fahren ohne UI kann sehr entspannt sein, ideal für eine Rekom-Einheit. Gleichzeitig fände ich das fehlende UI auch für Rennen auf Zwift interessant. Durch den Umstand, dass man die Leistungswerte seiner Konkurrenten und die Zeitabstände zu anderen Fahrern nicht sehen kann, käme man echten Outdoor-Rennen ein Stück näher.

Zwift Boost Mode

Die Indoor-Plattform Zwift testet im sogenannten Jarvis Club, benannt nach der ersten Zwift-Beta-Welt, neue Features für ausgewählte User wie mich, z.B. aktuell den „Boost Mode“, eine Art zusätzliches Power-Up. Man kann dabei während eines Rennens mit seiner eigenen Leistung, die kurzzeitig entsprechend reduziert wird, eine Art Akku aufladen und diesen bei Bedarf dann später einsetzen, um seine Wattleistung für kurze Zeit um 50, 200 oder 500 Watt zu erhöhen. Welchen Boost man haben möchte, muss man vor dem Rennen festlegen und der Aufwand sowie die Dauer der Zusatzleistung unterscheiden sich. Außerdem bekommt man unterschiedliche Zusatzgewichte für die gesamte Renndauer aufgepackt. Man muss sich also bereits vor dem Rennen Gedanken machen, welche der drei Boost-Varianten die Günstigste für einen ist.

Ich habe den Boost Mode heute in einem Jarvis Club Rennen über 10 Runden auf dem Downtown Dolphin Kurs einmal ausprobiert und mich dabei für die mittlere Boost-Variante mit 200 „Extra-Watt“ für jeweils 17 Sekunden und einer Reduzierung der eigenen Leistung um 100 Watt während des Aufladens entschieden. Für das beste Ergebnis ist natürlich Ausschlag gebend, dass man den idealen Zeitpunkt für das Aufladen und für den Einsatz des Boosts wählt und das Ganze noch in Verbindung mit den üblichen Power-Ups, die einem zusätzlich wie sonst auch zur Verfügung stehen. Kognitiv doch recht anspruchsvoll, wenn man an der Pulsobergrenze herumfährt. 😉

Während des Rennens habe ich dann festgestellt, dass es relativ einfach ist, im Flachen während eines Windschatten-Power-Ups den Boost aufzuladen und dass der Boost im Zusammenspiel mit einem Feder- oder Aero-Power-Up besonders wirkungsvoll ist. Demnach habe ich mir einen Aero-Power-Up, den ich bei der 6ten oder 7ten Zieldurchfahrt bekommen habe, aufgespart, die Maximalanzahl von zwei 200 Watt-Boosts bis zur letzten Runde aufgeladen und alles auf dem letzten Kilometer ausgelöst, was dann für Platz 2 in der B-Kategorie gereicht hat. 🙂

Fazit: „Echte“ Rennfahrer werden dem Boost Mode nichts abgewinnen, weil er ein taktisches Moment hinzufügt, dass es bei Outdoor-Rennen nicht gibt. Persönlich gefällt mit der Boost Mode jedoch ganz gut, weil damit nicht nur die reine w/kg-Leistung zählt, sondern auch geistige Fähigkeiten unter Maximalbelastung gefragt sind. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Herausforderung in jedem Rennen auf Zwift haben möchte, aber gelegentlich auf jeden Fall.

GCA Liga – Race 1

Gestern fand das erste Wertungsrennen der „GCA Liga powered by Müller – Die lila Logistik“ statt, der virtuellen Rad-Bundesliga 2020 auf der Indoor-Plattform Zwift. Gefahren wurden 2 Runden auf dem „Sand And Sequoias“ Kurs mit 43 km und 338 hm. 363 Fahrer/innen waren am Start, darunter zahlreiche bekannten Namen aus der deutschen Straßen- und MTB-Szene. Nach der Meldeliste bin ich der mit Abstand älteste Teilnehmer der Rennserie. Hatte also nichts zu verlieren. 😉

Naja, Hauptmotivation war eigentlich, meinen Teamkollegen Patrick Rieger und Klaus Näher, zwei starken Mountainbikern des RSC AUTO BROSCH Kempten, zu Punkten zu verhelfen. Die gibt es für die ersten 75 Platzierten aber nur wenn mindestens 3 Teamfahrer ins Ziel kommen. Der Plan ging auf: Patrick finishte in der 33-köpfigen Spitzengruppe auf einem hervorragenden 19. Platz und auch Klaus kam trotz technischer Probleme als 69ter ins Ziel. Ich selber wurde – wie nicht anders zu erwarten – bereits nach 3 km in eine ca. 30-köpfigen Gruppe um Platz 200 distanziert. Kam mir aber nicht ungelegen, denn die Gruppe rollte mit 3 – 4 w/kg fast schon im Grundlagentempo durch die erste Runde.

In der zweiten Runde zog ich das Tempo in den Wellen im Titans Groove etwas an, wodurch die Gruppe auf etwa ein Dutzend Fahrer ausgedünnt wurde. Den Sprint der Gruppe konnte ich überraschenderweise selbstverständlich für mich entscheiden und landete auf Platz 179 (berichtigt:) 183 der Männer-Konkurrenz, war damit aber leider nur Zweiter der Masters 3 Fahrer. Patrick und Klaus sammelten aber soviele Punkte, dass es für den Top-Platz 9 (berichtigt:) 11 in der Teamwertung reichte.

Das Rennen wurde live im Internet übertragen und kommentiert von den Moderatoren Rick Zabel (Profi bei Israel Start-Up Nation) und Bastian Marks vom Besenwagen Podcast, die allerdings mit einigen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hatten. Das nächste Rennen findet kommenden Samstag statt.