GCA Liga – Race 2

Zweites Rennen der virtuellen Rad-Bundesliga 2020 auf Zwift: Diesmal ging es über 5 Runden (45km und 385hm) auf dem Stadtkurs Innsbruck-Ring. In der Männerkonkurrenz waren 307 Fahrer am Start und wieder wurde ich bereits wenige Kilometer nach dem Start distanziert. Der fette Diesel braucht einfach zu lange, bis er auf Touren kommt. In diversen Verfolgergruppen konnte ich mich dann von Platz 280 bis auf einen Platz um 200 vorarbeiten und wurde letztendlich als 179ter gewertet.

Sensationell war das Abschneiden meiner beiden Teamkollegen Patrick Rieger und Klaus Näher: Rieger sprintete als Vierter hinter Lucas Carstensen (Bike Aid), Johannes Herrmann (Rad Union 1913 Wangen i.A.) und Christopher Hatz (Hrinkow Advarics Cycleang) ins Ziel und Näher 3 Sekunden dahinter auf Rang 34, was dann Platz 3 in der Tages-Teamwertung bedeutete.

GCA Liga – Race 1

Gestern fand das erste Wertungsrennen der „GCA Liga powered by Müller – Die lila Logistik“ statt, der virtuellen Rad-Bundesliga 2020 auf der Indoor-Plattform Zwift. Gefahren wurden 2 Runden auf dem „Sand And Sequoias“ Kurs mit 43 km und 338 hm. 363 Fahrer/innen waren am Start, darunter zahlreiche bekannten Namen aus der deutschen Straßen- und MTB-Szene. Nach der Meldeliste bin ich der mit Abstand älteste Teilnehmer der Rennserie. Hatte also nichts zu verlieren. 😉

Naja, Hauptmotivation war eigentlich, meinen Teamkollegen Patrick Rieger und Klaus Näher, zwei starken Mountainbikern des RSC AUTO BROSCH Kempten, zu Punkten zu verhelfen. Die gibt es für die ersten 75 Platzierten aber nur wenn mindestens 3 Teamfahrer ins Ziel kommen. Der Plan ging auf: Patrick finishte in der 33-köpfigen Spitzengruppe auf einem hervorragenden 19. Platz und auch Klaus kam trotz technischer Probleme als 69ter ins Ziel. Ich selber wurde – wie nicht anders zu erwarten – bereits nach 3 km in eine ca. 30-köpfigen Gruppe um Platz 200 distanziert. Kam mir aber nicht ungelegen, denn die Gruppe rollte mit 3 – 4 w/kg fast schon im Grundlagentempo durch die erste Runde.

In der zweiten Runde zog ich das Tempo in den Wellen im Titans Groove etwas an, wodurch die Gruppe auf etwa ein Dutzend Fahrer ausgedünnt wurde. Den Sprint der Gruppe konnte ich überraschenderweise selbstverständlich für mich entscheiden und landete auf Platz 179 (berichtigt:) 183 der Männer-Konkurrenz, war damit aber leider nur Zweiter der Masters 3 Fahrer. Patrick und Klaus sammelten aber soviele Punkte, dass es für den Top-Platz 9 (berichtigt:) 11 in der Teamwertung reichte.

Das Rennen wurde live im Internet übertragen und kommentiert von den Moderatoren Rick Zabel (Profi bei Israel Start-Up Nation) und Bastian Marks vom Besenwagen Podcast, die allerdings mit einigen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hatten. Das nächste Rennen findet kommenden Samstag statt.

Top 100 im Prolog der GCA Liga

Straßenrennen (nicht nur) in Deutschland sind seit Saisonbeginn aufgrund der aktuellen Gesundheitslage nicht möglich. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat deshalb den Start der Rad Bundesliga 2020 zusammen mit der German Cycling Academy (GCA) kurzfristig auf die Indoor-Plattform Zwift verlegt und die GCA Liga – powered by Müller – Die lila Logistik – ins Leben gerufen. Teilnahmeberechtigt sind alle BDR-Lizenzinhaber. Einmal Rad-Bundesliga fahren, yeah. 😉
Gestern fand der Prolog statt, in welchem die Führungstrikots ausgefahren wurden. Es folgen 5 weitere Rennen, in denen es Punkte für die Teamwertung gibt. Exakt 300 Fahrer/innen waren zum Auftakt am Start und gefahren wurden 10 Runden a 2 km auf dem Crit-Kurs Bell Lap. Das Feld zog sich schnell auseinander und in der zweiten Runde fand ich mich in einer Gruppe um Platz 135 wieder, in der ich mich dank passiver taktisch geschickter Fahrweise bis zum Schluss halten konnte und auf Platz 117 ins Ziel kam.

Das bereinigte Ergebnis auf zwiftpower.com führte mich dann auf Platz 99 und als zweitschnellsten Master 3 Fahrer.

Gewonnen hat der Allgäuer Johannes Herrmann (Rad-Union 1913 Wangen i.A.) vor Simon Schmitt (Sportforum) und Benedikt Helbig (Embrace the World). Eine Top-Leistung lieferte mein RSC-Teamkollege Patrick Rieger ab: Als Mountainbiker fuhr er nur 7 Sekunden hinter dem Sieger auf einen starken 26. Platz.

Oberjoch on Ostern

Normalerweise keine gute Idee. Der zweithöchste Strassen-Pass der Allgäuer Alpen ist an Wochenenden und noch dazu in Ferienzeiten ein beliebtes Ziel von motorisierten Zwei- und Vierradfahrern, welche die Luft verpesten und einem als Radfahrer das Naturerlebnis verleiden. Im Frühjahr 2020 ist dank Corona-Krise aber alles anders. Ausgangsbeschränkungen und geschlossene Hotels und Gastronomie sorgen für weitgehend freie Straßen und frische Luft. Deshalb heute ausnahmsweise eine Runde über das Oberjoch an Ostern, erweitert über schöne Nebenstrassen im Ost- und Unterallgäu. Da mein neues Roadbike immer noch nicht verfügbar ist, wieder auf dem Crosser mit Strassen-Bereifung. Den obligatorischen Abstecher über die Exklave Jungholz habe ich mir in Anbetracht der Gendarmerie-Präsenz an der Pfeiffer-Mühle erspart. 😉

Corona-Kreiseln

Der häßliche Virus beeinträchtigt uns in allen Lebensbereichen ganz erheblich. In Bayern ist Sporttreiben an der frischen Luft derzeit grundsätzlich noch erlaubt, aber nur alleine oder im Kreis der Familie. Generell wird empfohlen, sich dabei auf die nähere Umgebung zu beschränken und jedes Risiko zu vermeiden.
Kreiseln vor der Haustür ist also angesagt, z.B. auf der Weiher-Runde mit 5,3km und 27hm. Flach, im Uhrzeigersinn zu fahren und verkehrsarm gelegen südlich von Kempten. 16 Runden geben so mit An- und Abfahrt auch 100km und zur Motivation der lokalen Radkollegen/innen hab ich für die Runden 5 bis 16 heute gleich mal jeweils ein Strava-Segment angelegt. 🙂 Bleibt gesund.

Dauertest CUBE NUROAD SL 2020

Neues Bike im Dauertest ist seit Anfang Dezember 2019 ein CUBE NUROAD SL Modelljahr 2020, ein sogenanntes „Gravel-Bike“. Aktuell mit einer Laufleistung von 1.462km und 13.997hm. Der Hype um diese neue Rad-Kategorie war nicht kaufentscheidend, sondern der Umstand, dass mein Erstgeborener plötzlich vehementes Interesse an längeren, mehrtägigen Radtouren bekundet hat (was mir nicht ungelegen kommt und wofür ich bislang kein robustes Gefährt in der Garage hatte) und mir mein CUBE C62 SLT Crosser zu schade für das Wintertraining auf gesplitteten und salzgetränkten Straßen ist.

Für den bescheidenen Listenpreis von 1.699,- EUR bietet das CUBE NUROAD SL einen soliden Alu-Rahmen mit Carbon-Gabel und innenverlegten Zügen, die neue Shimano GRX-Gruppe mit mechanischer 1-fach-Schaltung, graveltaugliche Laufräder und hochwertige Newmen-Anbauteile. Da sollte auch auf längeren Touren nicht viel kaputt gehen können.

Gewogen habe ich das Teil im Auslieferungszustand ohne Pedale mit 9,85 kg in Rahmenhöhe 56. Das Mehrgewicht von ca. 2 kg gegenüber meinem Rennrad und Crosser ist beim Beschleunigen und bergauf wie nicht anders zu erwarten deutlich spürbar. Zur Gewichtsoptimierung habe ich die serienmäßigen Mavic Allroad Laufräder mit Schwalbe G-ONE Allround 40mm Reifen (v: 1.670g, h: 2.310g incl. Discs und Kassette) für das Winter-Strassentraining gegen einen Newmen Evolution SL R.25 Laufradsatz aus meinem Fundus mit Conti GP 4 Seasons in 32mm, Tubolito-Schläuchen, Shimano Dura-Ace Discs und einer Shimano XT Kassette 11-42 (v: 1.260g, h: 1.780g) getauscht und dadurch gleich mal 940g rotierende Masse eingespart. Außerdem musste der harte und breite Natural Fit Nuance Lite Sattel (360g) einem alten Selle Italia Sattel (190g) weichen. Pedale, Schutzbleche, Bike-Computer, Mini-Pumpe und eine Werkzeugbox mit Multitool, Reifenhebern, 2 Ersatzschläuchen und CO2-Adapter mit 2 Kartuschen treiben das Systemgewicht zwar trotzdem auf über 10kg, was bergauf nicht mehr als Schneckentempo zulässt, aber schließlich zählen nur Watt und nicht Schnitt oder Kilometer. 😉

Meine anfängliche Skepsis gegenüber meinem ersten Rad mit 1-fach Antrieb seit einem Tourenrad mit Sachs 3-Gang-Schaltung vor 45 Jahren hat sich schnell gelegt. Mit 40-11 tritt man ab 53 km/h zwar ins Leere, aber für hohe Geschwindigkeiten ist das Rad eh nicht konzipiert. Dafür kurbelt man mit der kleinsten Übersetzung von 40-42 fast jeden Berg locker im Sitzen hoch und mit nur einem Schalthebel muss man sich keine Gedanken mehr über die Gangkombination machen. Man schaltet einfach rauf oder runter – wie im Auto. Kleiner Nachteil sind die manchmal etwas großen Gang-Sprünge im Flachen. Die GRX-Schalt-/Bremsgriffe sind genial. Sie vermitteln ein äußerst angenehmes Griffgefühl, deutlich besser als die aktuellen Ultegra-Hebel. Das GRX-Schaltwerk weist wie die Shimano MTB-Schaltwerke einen Hebel auf, der zum Ausbau des Hinterrades gelöst wird und ansonsten die Kette schön straff hält. Bislang ist mir die Kette noch nie runter gefallen, obwohl keine Kettenführung ö. ä. verbaut ist.

Die Sitzposition auf dem NUROAD ist verglichen mit Rennrad und Crosser dank langem Steuerrohr, kurzem Vorbau und 44cm breitem Lenker (der etwas „dicker“ sein könnte) ziemlich komfortabel, aufrecht und eindeutig auf Touren ausgerichtet.

Thema Winterrad/Reiserad: Der CUBE NUROAD SL Rahmen hat Ösen für eine Schutzblechmontage am Bremssteg hinten und hinter dem Tretlager, d. h. ein hinteres Schutzblech lässt sich fest verschrauben. Die Carbon-Gabel weist aber weder ein Loch unter dem Steuerrohr noch Ösen an den Gabelscheiden auf. Wer also Schutzbleche montieren will, dem empfehle ich die schraubenlosen SKS RACEBLADE PRO XL (bis 32mm Reifenbreite) oder die SKS SPEEDROCKER (bis 42mm Reifenbreite) als schnell montierten Spritzschutz. Alternativ gibt es das CUBE NUROAD Race FE für 1.599 EUR mit Schutzblechen, Beleuchtung und Gepäckträger ab Werk, aber mit einfacherer Ausstattung und knapp 2kg schwerer.

Bislang gefällt mir das CUBE NUROAD SL recht gut. Es erscheint mir bei einem attraktiven Preis-Leistungsverhältnis sowohl als Winterrad, Gravel-Bike, einfaches Rennrad als auch Reiserad gut geeignet. Sozusagen die „eierlegende Wollmilchsau“ für jemanden, der nicht der n+1 Formel huldigt und nicht auf das letzte Gramm Gewicht schielt.

Training mit der Drückerkolonne

Die Drückerkolonne des RSC AUTO BROSCH Kempten, eine WhatsApp-Gruppe bestehend aus jungen Elite-Amateuren, Amateuren, Junioren, Jedermannfahrern, KOM-Jägern und allem was sonst noch schnell auf dem Rad unterwegs ist. Beiderleien Geschlechts. Keine Ahnung warum ich alter Sack in dieser Gruppe bin. Und was ich auch nicht empfehlen kann: Mit einem 10kg schweren Gravel-Bike mitzufahren zu versuchen. Ich habs heute wieder mal getan und bitter bereut…

CVRcade World Cup Season 2

Letzte Woche ist die 2. Saison des CVRcade World Cups gestartet. Über die erste Saison habe ich hier bereits berichtet. Ergänzend kann ich entgegen der Behauptung von Kritikern versichern: Die ausgelobten Preisgelder wurden tatsächlich ausbezahlt. 🙂


Die Zwift-Alternative CVRcade wird ständig weiterentwickelt: verbesserte Grafik, neue Strecken und neue Funktionen. Nach wie vor ist die Nutzung kostenlos, nur wer am World Cup teilnehmen will muss einen „Event-Pass“ lösen, der monatlich knapp 15 US-Dollar kostet. In Anbetracht der nun ausgelobten Preisgelder und des überschaubaren Teilnehmerfelds dürfte man die Kosten dafür aber in jedem Fall wieder reinholen. Ich bin jedenfalls bereits schon nach der ersten von 8 Wochen bereits im „Plus“.


Die zweite Saison läuft über 8 Wochen und besteht aus drei voneinander unabhängigen Wettbewerben:


Jeden Dienstag wird der Solo-Cup ausgefahren, ein Wettbewerb für Einzelfahrer. In vier Zeitzonen gibt es wöchentlich und im Finale folgende Preisgelder:

Jeden Donnerstag wird der Derny-Cup ausgefahren. Hier starten Teams aus 2 Personen, einer fährt auf der Rolle, der andere steuert seinen Avatar per Tastatur wie in einem Computer-Spiel und die Punkte werden addiert. Hier sind folgende Preisgelder ausgelobt:

Der eigentliche World Cup ist diesmal ein Team-Wettbewerb, der jeden Samstag Abend ausgefahren wird. Ein Team besteht aus bis zu 6 Fahrern. 4 Fahrer können jeweils an den Start gehen, die Punkte der besten drei zählen, wobei die Punkte des jeweiligen Team-Captains 1,5x zählen. In diesem Wettbewerb gibt es folgende Preisgelder:

Alle Rennen werden auf Mixer live übertragen und moderiert.

In der ersten Woche konnte ich den Solo-Cup in der Zone L für mich entscheiden (30 US-Dollar), im Derny-Cup wurde ich mit Team-Kollege Homer Thompson Dritter (10 US-Dollar) und im Team World-Cup mit Homer Thompson und Jonathan Giron Zweiter (125 US-Dollar). Die Preisgelder werden in meinem Team (Cognition) zwar geteilt, sind aber für jeweils 1 Stunde Rolle fahren trotzdem und deshalb ganz ordentlich und einzigartig unter allen Indoor-Wettbewerben.

Ich kann CVRcade nur für jeden Indoor-Fahrer empfehlen. Es bedarf etwas mehr Aufwand für die Eingewöhnung als Zwift, aber es lohnt sich!