GCA eSports Liga 2021 – Race 1

„Unser Pendant zur Straßenrad-Bundesliga öffnet ab dem 30. Januar 2021 wieder seine Pforten für Jedermann-, Lizenz- und Nachwuchssportler. Auf 5 unterschiedlichen Strecken mit unterschiedlichen Anspruchsniveaus ermitteln wir auch in diesem Jahr wieder die schnellsten ‚Zwifter‘ Deutschlands.“ So präsentiert der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) die zweite Auflage der virtuellen Rad-Bundesliga 2021. Durchgeführt wird die Rennserie wie im vergangenen Jahr von der German Cycling Academy und live auf YouTube übertragen, kommentiert von Bastian Marks (Besenwagen Podcast) und Lennart Klein (Zwift Territory Manager DACH).

Da bin ich natürlich wieder dabei und vermutlich wieder als ältester und langsamster Teilnehmer. Das erste Rennen fand heute auf dem „France – Casse Pattes“ Kurs mit 2 Runden über insgesamt 47km und 310hm statt. Punkte gibt es nur für Platz 1 bis 75. Bei 308 Startern war ich daher von vornherein raus. Egal. Dabeisein ist alles. Wie befürchtet tat sich bereits 2 Kilometer nach dem horrend schnellen Start eine Lücke vor mir auf und die ersten 230 Fahrer waren erst mal weg. Meine ca. 20 Fahrer starke Verfolger-Gruppe fuhr aber schön zügig und konstant und nach und nach holten wir einige abgehängte Fahrer ein. Am ersten Anstieg zum Petit KOM schrumpfte die Gruppe auf ca. 10 Mann und in der zweiten Runde konnte ich mich dort noch ein paar Plätze vorarbeiten. Im Sprint meiner Gruppe konnte ich mir zwar nicht mit Ruhm bekleckern, aber Zwiftpower führt mich immerhin vorläufig auf Platz 179, die offiziellen Ergebnisse gibt ’s am Montag.

CADEsport Race

Die Zwift-Alternative CADEsport, Nachfolger von CVRCade, tut sich offensichtlich trotz des allgegenwärtigen Indoor-Booms schwer, in der virtuellen Radsport-Welt Fuß zu fassen. Zu Unrecht, denn die Software ist in der aktuellen Beta-Version weiterhin kostenlos und wird permanent weiterentwickelt. Alleinstellungsmerkmal ist nach wie vor die sog. „Physical Equalisation“, d. h. die Leistung wird nicht absolut nach Watt pro Kilo umgerechnet, sondern relativ nach dem individuellen Leistungsvermögen. Vereinfacht gesagt: Ein Hobby-Fahrer, der 100% gibt, fährt im Game schneller als ein Profi, der nur 90% seines Leistungsvermögens gibt. Rennen, Group-Rides und Workouts kann man jederzeit fahren und bekommt dann ein paar Computer-Bots als Mitfahrer gestellt. Mehrmals pro Woche finden aber auch termingebundene Rennen statt, zu denen man sich anmelden kann.

Ich bin heute zum ersten Mal ein solches Rennen mitgefahren. Unter den 31 Startern waren einige Bekannte aus dem CVRCade Vorgänger. Ob es sich bei dem Rest um echte User oder Bots gehandelt hat, weis ich nicht. Im Gegensatz zu Zwift kann man entweder manuell oder automatisch eine von 8 oder 9 Fahrspuren, vergleichbar mit einer Leichtathletik-Bahn, wählen und man kann stürzen, wenn man in die Spur eines anderen wechselt oder zu schnell in einer Kurve ist. Einen Sturz sollte man tunlichst vermeiden, denn der Avatar legt sich sofort mit 0 km/h ab und braucht einige Sekunden, um wieder aufs Rad zu steigen und wieder Geschwindigkeit aufzunehmen. Die Geschwindigkeit, die eine Kurve verträgt, wird einem in einem Tachograph auf dem Bildschirm angezeigt, was sehr hilfreich ist, den in CVRCade musste man noch alle Kurvengeschwindigkeiten auswendig lernen oder sich „Spickzettel“ anfertigen. Das Rennen war ganz unterhaltsam und die Avatar-Pose nach der Zieldurchfahrt ist auch ein nettes Grimmik.

Zwift Racing League Season 2 – Race 3

Beim dritten Rennen schon mein dritter Einsatz in der League, obwohl ich eigentlich nur als Ersatzfahrer vorgesehen war. Ein Teamkollege ist vor kurzem Papa geworden und hat nachvollziehbar Wichtigeres zu tun, als die Rolle zu treten. OK, da spring ich ein, um wenigstens den einen Punkt zu holen, den es für das Finishen auf dem „Innsbruck KOM After Party“ Kurs gibt. 35 km mit 640 hm sind schon mal nicht ohne und dummerweise sind auf den drei Stadtrunden vor dem Berg jede Menge Sprintpunkte zu holen. Es wird also vom Start weg erstmal brutal schnell werden. Ideal für mich. Nicht.

Und wie erwartet wurde ich im Anstieg auf der ersten Stadtrunde gleich mal distanziert und ging als 40ter von 85 Startern über die Kuppe. Danach waren die Beine schwer wie Blei, aber ich konnte mich in den nächsten zwei Runden in der gut 10-köpfigen Verfolgergruppe halten. Nach 30km begann dann das gut 20-minütige Leiden hinauf zur Bergwertung. Vorher hatte ich mir noch ein Gel reingedrückt und das zeigte Wirkung, denn bis zum KOM konnte ich noch knapp 20 Fahrer ein- und überholen. Eine Top10-Platzierung in der KOM-Wertung habe ich zwar knapp verpasst, aber als Gesamt-23ter gab es dann statt dem einen Finisher-Punkt doch noch deren 18 in der Gesamtwertung. Knapp 100 TSS in 1:04h sind auch ganz ordentlich. Meine Teamkollegen haben fleißig in den Sprints gepunktet und damit dürften wir in der Tageswertung recht weit vorne liegen. Hat sich also doch gelohnt, an den Start zu gehen. 🙂

RSC Kempten Indoor Vereinsmeisterschaft 2021 – Rennen 3

Offizieller Rennbericht:

Fabinger gewinnt Indoor-Bergetappe

Mountainbiker Frank Fabinger setzte sich beim 3. Lauf zur Indoor Vereinsmeisterschaft des RSC Kempten in einer knappen Sprintentscheidung durch. Zu fahren waren 42 km und 650 hm auf dem Zwift „Big Loop“ Kurs. Wie erwartet fiel eine Vorentscheidung auf dem 9 km langen Anstieg mit 400 hm zum „Epic KOM“. Hier setzte sich Fabinger gleich zu Beginn mit Klaus Näher, Daniel Novy, Alexis Uhlig, Jürgen Kreibich, Niklas Breimaier und Sebastian Riedel ab, während das Feld dahinter in seine Einzelteile zerfiel. Die 7-köpfige Spitzengruppe fuhr geschlossen über die Bergwertung. Breimaier und Näher fielen später zurück, die restlichen 5 Fahrer blieben aber bis zum Ende zusammen. In einer knappen und etwas unübersichtlichen Sprintentscheidung wurde Fabinger vor Riedel, Novy, Uhlig und Kreibich als Sieger gewertet. Bei den Damen gewann erneut Sabrina Kinzel. Nach 3 von 6 Rennen liegen die Führenden in den meisten Altersklassen noch dicht beisammen und die Meisterschaft ist jeweils noch völlig offen.  

Edit: Am KOM natürlich abgehangen worden. Im Jungle konnte ich zwar dank taktischem Radwechsel auf ein MTB zu Breimaier und Gebele auffahren, verlor aber am Ende wieder den Anschluss, weil ich den Zieleinlauf der Spitze gestreamt habe. Platz 9.

RGT – Friday Evening Masters Race

Vom aktuellen Indoor-Cycling-Boom profitieren neben dem unumstrittenen Platzhirsch Zwift auch die kleinen alternativen Plattformen wie z.B. RGT. Optisch sehr ähnlich mit animierten Avataren in animierten Computerwelten unterscheidet sich RGT von Zwift in einem entscheidenden Punkt: Es ist in der Basis-Version aktuell dauerhaft kostenlos. Dafür gibt es zwar nur gut eine Handvoll verschiedene Strecken, keine Belohnungen über Levels und nur ca. ein Dutzend Events pro Tag, aber die Software ist gratis und bietet eine automatische Exportfunktion zu Strava und Trainingpeaks. Der Strava-Export funktioniert bei mir aktuell zwar nicht, aber man kann sich die fit-Files der Aktivitäten per Mail zusenden lassen und muss sie dann halt manuell zu Strava hochladen.

Die Premium-Version von RGT für 8,99 EUR monatlich bietet u.a. zusätzlich die Möglichkeit, eigene gpx-Files zu RGT hochzuladen und diese Strecken nachzufahren. RGT baut dann eine Strecke mit der Länge und dem Höhenprofil der gpx-Datei und fügt eine virtuelle Umgebung hinzu. De Funktion nennt sich „Magic Roads“. Premium-User können darüber hinaus eigene Group-Rides und Rennen auf den RGT-Strecken oder beliebigen eigenen Strecken veranstalten. Eine Funktion, die bei Zwift nicht zur Verfügung steht bzw. sehr viel umständlicher zu handeln ist. Einige Renn-Organisatoren sind deshalb von Zwift auf RGT umgestiegen und deshalb finden sich dort immer mehr Rennen mit immer mehr Teilnehmern. Wer an solchen Rennen teilnehmen möchte, kann das in der kostenlosen Basis-Version tun.

Ich bin heute mal ein solches Rennen auf RGT mitgefahren. Ausgerichtet als „Friday Evening Masters Race“ der „British Masters Cycle Racing“, dem offiziellen Verband für Radrennfahrer/innen in Großbritannien ab 40 Jahre, der Rennen für Fahrer/innen in den Klassen A: 40-44 Jahre, B: 45-49 Jahre, C: 50-54 Jahre, D: 55-59 Jahre, E: 60-64 Jahre, F: 65-69 Jahre, G: 70-74 Jahre, H: 75-79 Jahre, I: 80-84 Jahre, J: 85-89 Jahre, K: 90-94 Jahre und L: 95-99 Jahre veranstaltet.

Knapp 60 Teilnehmer waren am Start und gefahren wurde auf einem überwiegend flachen Kurs mit 36 km und 124 hm, nachgebildet einer echten Strecke in der Nähe von Nottingham.

Auch RGT hat das Windschattenfahren in seiner Software implementiert, es funktioniert aber anders als bei Zwift und wie genau kann ich leider noch nicht sagen. Fakt ist, in einer größeren Gruppe ab 10 Fahrern kann man im flachen Gelände im Windschatten ohne nennenswerte eigene Leistung mitrollen. Man bekommt dann im Bildschirm oben links unter den eigenen Leistungs- und Pulswerten angezeigt, wieviel Watt man im Windschatten „einspart“ und das waren bei mir heute teilweise bis zu 600 Watt, selbst wenn ich selbst nur mit 300 Watt gefahren bin. Hmm, in der Realität draußen bleibe ich sicher nicht mit 300 Watt in einer Gruppe, wo der Führende 900 Watt tritt. Andererseits muss man ständig höllisch aufpassen, dass man nicht 2-3 Meter aus dem Windschatten fällt, denn dann ist die Gruppe sofort unerreichbar weg. Das wiederum ist sehr realitätsnah. Bei Zwift muss man im Vergleich mehr Watt treten, um in der Gruppe zu bleiben, fällt aber auch nicht so schnell aus der Gruppe heraus.

Bei RGT bekommt man gelegentlich auch Rotfarbene Wattwerte angezeigt, die bedeuten sollen, dass man eine nicht umgesetzte Leistung erbringt, weil man entweder nicht an einem vorausfahrenden Fahrer vorbeikommt oder weil die Strecke eine Kurve beschreibt und man deshalb automatisch heruntergebremst wird. Letzteres ist ja durchaus sinnvoll und verständlich, denn Kurven lassen sich bekanntlich nur mit einer begrenzten Geschwindigkeit durchfahren, warum mir aber gelegentlich rote Leistungswerte auf gerader Strecke im Feld angezeigt werden, habe ich bis jetzt noch nicht verstanden.

Wie auch immer, das Rennen war durchaus interessant. Nach 2 km wurde ein Teil des Feldes irgendwie fehlgeleitet und in der allgemeinen Verwirrung setzten sich 16 Fahrer ab, zu denen ich gerade noch Anschluss finden konnte. Einzelne Attacken verpufften, da sich die 20-köpfige Spitzengruppe dank der oben erwähnten exorbitanten eingesparten Wattwerte bei abwechselnder Führungsarbeit jeweils wieder problemlos heranfahren konnte. Am Ende lief es dann auf einen Sprint hinaus, in dem ich mich auf Platz 12 wieder fand. Leider hatte nur ein Teil der Fahrer seine Altersklasse im Namen angegeben, so dass die AK- Wertung unklar blieb.

Fazit: Rennen auf RGT sind eine echte Alternative zu Zwift. Man muss ständig aufmerksam sein und kann mit entsprechender „Draft-Erfahrung“ auf flachen Strecken auch mit leistungsstärkeren Fahrern mithalten. Allerdings gibt es keine Überprüfung der Plausibilität der Leistung der anderen Teilnehmer, wie auf zwiftpower.com. Wen das nicht interessiert und wer unabhängig von den Rennergebnissen nur seinen eigenen Leistungsfortschritt im Blickfeld hat, dem ist RGT auf jeden Fall zu empfehlen.

Zwift Racing League Team-Zeitfahren

Einen Tag nach dem 2. Lauf zur RSC Indoor Vereinsmeisterschaft musste ich heute schon wieder ran: Rennen 2 der Zwift Racing League stand an, diesmal ein Mannschaftszeitfahren auf dem R.G.V. Kurs in Frankreich, 25km mit 130hm. Bis zu 6 Fahrer pro Team können teilnehmen, die Zeit des Vierten zählt und die Mannschaften starten jeweils mit einer Minute Abstand. Also fast wie in echt. 1990 war ich mit Dieter Leib, Roland Weisser und Robby Maier Schwäbischer Meister im Straßen-Vierer. Damals sind wir auf 70km einen 47er Schnitt gefahren, auf herkömmlichen Rennrädern, ohne Scheibenrad und nur mit Lenkeraufsatz. Auf Zwift ist ein Mannschaftszeitfahren mindestens genauso hart, denn es ist trotz Sprach-Chat über Discord, den wir benutzten, deutlich schwerer, seine Position im Windschatten zu halten und gleichmäßig zu wechseln. Und natürlich will man sich keine Blöße geben und strengt sich mehr an, als man es vielleicht in einem Einzel-Rennen tun würde. Deshalb aber auch eine interessante und absolut empfehlenswerte Erfahrung. Mein internationales VISION-B-Team (ein Engländer, ein Kanadier, ein Norweger, ein Franzose und ein Österreicher) hat sich wacker geschlagen und wir werden vorläufig mit einem Schnitt von 43,4 km/h auf Platz 5 von 14 Mannschaften in der Division EMEA E1 3 geführt.

RSC Kempten Indoor Vereinsmeisterschaft 2021 – Rennen 2

Offizieller Rennbericht:

Der 2. Lauf zur Indoor Vereinsmeisterschaft 2021 des RSC Kempten wurde auf dem Zwift „Petit Boucle“ Kurs in Frankreich ausgetragen. Auf den gut 62km mit knapp 500hm war der „Petit KOM“ jeweils einmal von beiden Seiten zu erklimmen. Nach dem Start bildete sich eine 11-köpfige Spitzengruppe mit allen Gesamtwertungsführenden. Nur der Zweitplatzierte des ersten Rennens Daniel Novy kam nicht gut weg und fing sich gleich 45 Sekunden Rückstand ein. RSC-Schriftführer Andreas Barmettler hatte offensichtlich gute Beine und lancierte bereits nach 3 Kilometern die erste Attacke, bei der zunächst nur Nachwuchsfahrer Silvan Anlauf mitgehen konnte oder wollte. Mit vereinten Kräften wurden die beiden aber bald wieder eingeholt und nach 13km hatte auch Novy den Anschluss zur Spitzengruppe geschafft. Nach 26km setzten sich Frank Fabinger und Klaus Näher im ersten Anstieg zum „Petit KOM“ ab und fuhren bis zur Bergwertung einen Vorsprung von 30 Sekunden auf eine Verfolgergruppe mit Sebastian Riedel, Niklas Breimaier, Julian Gebele, Daniel Novy, Silvan Anlauf, Claudius Kühn und Sebastian Kühn heraus. Die Verfolger harmonierten jedoch so gut, dass Fabinger und Näher bei Kilometer 36 wieder eingeholt wurden. Nun konzentrierten sich alle auf den zweiten Anstieg zum „Petit KOM“, 6km vor dem Ziel. Hier fielen Sebastian Kühn und Silvan Anlauf zurück. Die 7-köpfige Spitzengruppe machte den Sieg dann im Schlusssprint unter sich aus. Hier sah es so aus, als ob Claudius Kühn Julian Gebele unmittelbar vor der Ziellinie noch abfangen konnte, die offizielle Zwift-Wertung platzierte aber Kühn, Gebele, Novy und Fabinger zeitgleich auf Platz 1. Schnellste Dame war erneut Sabrina Kinzel.

Zwift Racing League Season 2 – Race 1

Das größte Renn-Event auf Zwift, die Zwift Racing League, geht in die 2. Saison. Vom 11.01.21 bis 01.03.21 finden jeweils Dienstag Abend Einzel-Rennen und Team-Zeitfahren statt. Das Besondere: es gibt keine Einzel-, sondern nur eine Team-Wertung. Dafür zählen die Endplatzierung und die Ergebnisse bei Sprints und Bergwertungen unterwegs bei den Einzel-Rennen bzw. die Zeit des vierten Fahrers bei den Team-Zeitfahren. Entsprechend hoch ist die Motivation der Teilnehmer, denn niemand will sein Team enttäuschen.
Nachdem ich Montags schon im Rahmen der RSC Kempten Indoor Vereinsmeisterschaft im (Wettkampf-) Einsatz bin, hab ich mich nur als Ersatzfahrer für das VISION B-Team Titan Groovers zur Verfügung gestellt, wurde aber gestern aufgrund von Ausfällen anderer Fahrer prompt für das erste Rennen auf dem Richmond UCI Reverse Kurs verpflichtet. In der ersten der zwei Runden konnte ich noch mit der Spitze mithalten und unbeabsichtigt und unerwartet ein paar Punkte in mindestens einer Sprint-Wertung (die offiziellen Ergebnisse liegen aktuell noch nicht vor) sammeln. In der zweiten Runde verlor ich aber im ersten Anstieg den Kontakt zu 14-köpfigen Spitzengruppe. Der Versuch, Platz 15 bis ins Ziel zu retten, scheiterte kläglich, denn 3 Kilometer vor dem Ende wurde ich von einer 20-köpfigen Verfolgergruppe eingeholt und im Zielsprint reichte es mit schweren Beinen nach der langen Allein- bzw. Zu-Zweit-Fahrt nur noch zu einem bescheidenen Platz 29 von 79 Startern.
Das Race-Format ist aber durchaus interessant und sehr kompetitiv, denn es gab bis auf den Sieger, der nach dem Reglement die 4 w/kg FTP-Grenze aufgrund seines angegebenen Körpergewichts von 55kg (bei 1,72m) überschreiten darf, keine Leistung-Aussreisser nach oben, und die Leistungsdichte ist sehr hoch: Wer nicht unmittelbar an der Grenze zur A-Klasse fährt, hat kaum eine Chance auf eine Top50-Platzierung.

RSC Kempten Indoor Vereinsmeisterschaft 2021 – Rennen 1

Offizieller Rennbericht:
Der 1. Lauf zur Indoor Vereinsmeisterschaft des RSC Kempten auf dem flachen Stadtkurs „Greatest London Flat“ über 24km und 150hm wurde wie erwartet in einer Sprint-Ankunft entschieden. Aus den 20 Teilnehmer/innen bildete sich gleich nach dem Start eine 10-köpfige Spitzengruppe, aus der niemand auszureißen versuchte. Lediglich Sebastian Kühn versuchte mehr oder weniger erfolglos, mit Attacken an den kurzen Anstiegen eine Vorentscheidung herbeizuführen. Letztendlich bog eine 8-köpfige Spitzengruppe auf die Zielgerade vor dem Buckingham Palace ein. Hier hatte Youngster Claudius Kühn die schnellsten Beine und gewann knapp vor RSC-Neuzugang Daniel Novy und Julian Gebele. Bei den Damen setzte sich Sabrina Kinzel vor Juliana Zapata durch.

D.h., obwohl ich nach den Attacken unterwegs auf dem letzten Kilometer völlig platt war, hab ich die Klasse Master 3 gewonnen. Cheers!

Radfahren bei -6 Grad

Vorab: es geht. Sofern man die richtige Ausrüstung hat. Das Beste an Temperaturen unter 0 Grad im Allgäuer Winter ist, dass die Straßen dann trocken sind, weil kein Schnee-Salz-Schmelzwasser auf die Straße läuft. D.h., man muss sein Rad nach der Fahrt nicht putzen. Deshalb fahre ich ganz gerne draußen, wenn es richtig kalt ist, und ungerne, wenn es über 0 Grad hat.

Heute hatte es zu Beginn -6 Grad und später maximal -3 Grad bei leichtem Ostwind, strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. Beste Bedingungen. Und das war mein Outfit (in der Reihenfolge des mehrstündigen Ankleidevorgangs):

  • X-Bionic Energizer 4.0 Langarm Unterhemd
  • kurze RSC Teamhose Craft
  • kurze X-Socks Wintersocken
  • lange RSC Teamhose Craft ohne Inneneinsatz
  • RSC Teamtrikot Craft langarm
  • GORE Wear C5 GORE-TEX INFINIUM Soft Lined Thermo Jacke
  • GORE Wear Windstopper Balaclava – Sturmhaube
  • Abus GameChanger Helm
  • EKOI PERSOEVO7 Sonnenbrille
  • Northwave MTB-Schuhe
  • GORE Wear C5 Thermo Überschuhe
  • GORE Wear C5 Thermo Handschuhe

Damit war ich fast perfekt ausgerüstet. Nur an den Zehen kündigten sich nach 1,5 Stunden Erfrierungserscheinungen an. Irgendwo habe ich noch Akku-betriebene Heizsohlen. Die kommen dann morgen zum Einsatz. Gut Luft bekommt man durch die Sturmhaube auch nicht, reicht aber für wenig intensives Fahren bei diesen Temperaturen.

Update 10.01.2021:
Heute 2 Stunden Straße bei ähnliche Bedingungen wie gestern: Sonnenschein, blauer Himmel und um die -4 Grad. Outfit (frisch gewaschen) dasselbe wie gestern, aber diesmal mit den beheizbaren Therm-ic Seat Heat Flat Einlegesohlen und den C-Pack 1300 Akkus (altes Modell ohne Bluetooth). Auf Stufe 2 von 3 sorgten die Sohlen für eine durchgehend angenehme Fußwärme. Ob die Akkus auf dieser Stufe – wie vom Hersteller angegeben – tatsächlich 5-7 Stunden halten, möchte ich allerdings bezweifeln, denn einer der beiden Akkus hatte sich am Ende der Ausfahrt auf Stufe 1 zurückgestellt. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich die Akkus mindestens 2 Jahre nicht in Betrieb hatte. Wie auch immer, die Sohlen sind eine Empfehlung wert. Man spürt sie beim Fahren nicht und sie zögern den Zeitpunkt, ab dem man bei Minustemperaturen an den Zehen friert, um Stunden hinaus. Zu beachten ist aber, dass sie so dick auftragen, dass sie nur im Austausch mit einer bereits vorhandenen Einlegesohle in den Radschuh passen.