Wie man zufällig ein Zwift-Rennen gewinnt

Meine zwiftpower.com Statistik wies bis gestern 488 absolvierte Rennen aus und davon 27 „Siege“. Eine recht bescheidene Bilanz. Insbesondere, wenn man weis, wie die „goldenen Pokale“ zustande gekommen sind. Nämlich z.B. so wie heute bei der Kiss Racing Team / FastFitnessTips iTT series, einem Einzelzeitfahren über 18km auf dem Jungle Circuit Kurs. Am Start waren wohl insgesamt nur 11 Fahrer, 6 kamen ins Ziel und davon waren nur 3 bei zwiftpower registriert. Beste Voraussetzungen also. Und noch besser: Nur ein Konkurrent war wie ich auf einem MTB unterwegs und MTBs rollen auf diesem überwiegend nicht asphaltierten Kurs deutlich besser als Renn- oder Zeitfahrräder. Angestrengt habe ich mich trotzdem und 3 1/2 Minuten Vorsprung auf 18km muss man erst mal rausfahren. 😉 Ergebnis: Sieg Nr. 28, LOL.

Naturbiken.de – Tour Württembergisches Allgäu

Unter dem Portal naturbiken.de bietet die Allgäuer Tourismus Gesellschaft seit kurzem eine Reihe von MTB-Tourenvorschlägen im Allgäu und im benachbarten Tirol an. „Leichte Wege und sanfte Berge“ ist das Motto“, soll heißen:

„Alle Touren im Allgäu und in Tirol sind miteinander verbunden, mit einheitlichen Wegweisern versehen und verlaufen zum größten Teil auf Forst- und Alpwegen, auf denen man gut mit dem Mountainbike fahren kann. Singletrails sind höchstens mittelschwer, zudem spärlich gesät. Es geht nicht darum, in den Alpen steile Rampen zu bewältigen und in Rekordzeit die Allgäuer Gipfel zu erstürmen. Im Wesentlichen bewegt sich der Radfahrer auf seinen Radrouten in Höhenlagen zwischen 800 und 1.500 Metern. Viele Fahrrad-Etappen führen durch die saftig-grünen Täler zu Allgäuer Seen und Sehenswürdigkeiten, die man mit dem Fahrrad gut erreichen kann. Kurzum: die Allgäuer Naturbiken-Touren sind sportlich und trotzdem für Genießer. Die Routen in den Alpen hören nicht einfach auf, wo das Allgäu zu Ende ist, sie führen im Westen weiter nach Baden-Württemberg und im Süden ins Tiroler Lechtal und ins Tannheimer Tal.“

Hört sich interessant an und ist insbesondere aus der Sicht des „Einheimischen“ einer näheren Betrachtung wert. Deshalb bin ich heute mal die Tour „Württembergisches Allgäu“ (mit dem Gravel-Bike) abgefahren, angegeben mit 49km und 477hm. Tourstart wäre in Wangen im Allgäu gewesen, aber natürlich bin ich von Kempten mit dem Rad angefahren und nach ca. 40km hinter Isny bei Gründels in die Runde eingestiegen. Nach gut 2 1/2 Stunden, 48km und 600hm bin ich dort wieder angekommen. Die Runde ist sehr schön und abwechslungsreich mit wenig Asphalt und hauptsächlich Feld-, Forst- und Wiesenwegen in einsamen Gegenden. Man fährt immer nur wenige 100m auf öffentlichen Straßen und biegt dann gleich wieder in den nächsten Feldweg ab.

Was die Ansage „Leichte Wege und sanfte Berge“ angeht, muss man die Aussage vielleicht etwas relativieren. Die Wege sind zwar insofern leicht und die Anstiege insofern sanft, als sie auch mit einem Gravel-Bike komplett fahrbar waren, man braucht aber ohne Motor-Unterstützung schon eine gewisse Grundkondition, denn auf den Wiesen und den grobschotterigen Anstiegen rollt es nicht von selbst. Die offizielle Höhenmeterangabe von 477 kann auch kaum zutreffen, denn mein Wahoo Element ROAM hat 600 angezeigt.

Fazit: Die Runde kann ich absolut empfehlen. Wer in Wangen startet, kann sich davor oder danach auch noch das schöne Städtchen anschauen, ansonsten gibt es unterwegs kaum Sehenswürdigkeiten. Ratzenried würde sich vielleicht noch als kleiner Abstecher anbieten. Als alternativer Startort wäre Isny ideal, auch ein schönes Städtchen und von dort aus sind es nur ein paar Kilometer zum Toureneinstieg in Gründels.

Schließe die Lücke

Wenn der Schriftzug im Anstieg eines Zwift-Rennens aufpoppt, geht es ums Überleben, denn einmal abgehängt bedeutet in der Regel endgültig abgehängt. Die leidliche Erfahrung musste ich heute beim Zwift Classics-Race auf 3 Runden des Richmond UCI Reverse Kurses wieder einmal machen. Das Besondere an dem Rennen: Es wurde von der WTRL-Organisation veranstaltet und die verwendet einen eigenen Algorithmus, der möglichst gleich starke Fahrer/innen in ein Rennen platziert. D.h. die 68 Starter heute haben in früheren Rennen annähernd gleiche Leistungen erbracht. Ein interessanter Ansatz, der mir aber offensichtlich nicht entgegenkommt, denn mit den kurzzeitigen Spitzenleistungen vieler meiner Konkurrenten kann ich nicht mithalten. Deshalb poppte der „Schließe die Lücke“ Hinweis an jedem Anstieg auf und ich hatte größte Mühe, wenigstens den Anschluss an einer Verfolgergruppe zu halten. Am Ende waren 7 Mann eine gute halbe Minute vorne weg und im Sprint der 18 Verfolger blieb mir nur Platz 11 = 18ter Gesamt. Ein Gutes hat der „Schließe die Lücke“ Hinweis aber: Man fährt eine sonst kaum realisierbare Ausbelastung. Wer’s braucht.

KISS 100 Zwift Race

Die meisten Rennen auf Zwift dauern nicht länger als eine Stunde, denn mehr ist körperlich und mental nicht so einfach. Eine Ausnahme seit vielen Jahren sind die KISS 100 Rennen, organisiert von einem der ältesten Renn-Teams auf Zwift: KISS = Keep It Super Simple. Auf wechselnden Strecken werden jeden Sonntag Rennen mit um die 100km Länge in den klassischen Leistungs-Kategorien A, B, C, D ausgetragen. Wer denkt, dass es in Anbetracht der Rennlänge gemächlich zugeht, sieht sich natürlich getäuscht. Da alle Kategorien gleichzeitig starten, sorgen die A-Fahrer vom Start weg für die übliche Auslese. Dummerweise ging es heute auf dem Roule Ma Poule Kurs gleich den 3km langen Petit KOM Reverse Anstieg hoch. Da konnte ich zwar noch den Anschluss zur ersten Verfolgergruppe realisieren, aber vorne waren 30 A-Fahrer (und ein B-Fahrer) weg. In einem Anfall geistiger Umnachtung forcierte ich im zweiten Petit KOM Anstieg mit einem Feather PU das Tempo, so dass sich die Gruppe tatsächlich um einige B-Fahrer verkleinerte. Danach war ich aber schon ziemlich platt und froh, mich in der Verfolgergruppe halten zu können. In der Folge sammelten wir einige zurückgefallene Fahrer aus der Spitzengruppe ein, darunter den einzigen B-Fahrer, der später aufgab, und in der letzten Runde waren wir nur noch zu dritt als B-Fahrer. Kam mir nicht ungelegen, denn 10km vor dem Ziel machten sich trotz einverleibter 3 Gels und 3 Trinkflaschen erste Krampfanzeichen bemerkbar. Im finalen Anstieg musste ich daher meine beiden Konkurrenten ziehen lassen und mich mit Rang 3 begnügen.

Abgehängt und trotzdem Podium

Passiert IRL kaum, aber auf Zwift ist es möglich. Insbesondere wenn man eines der wenigen Master-Rennen fährt, in denen statt der üblichen w/kg basierten ABCD-Klassifizierung (wie im richtigen Leben) eine Einteilung nach Altersklassen erfolgt, z.B. bei den Master SA – Rennen. Dort fahre ich gegen 55-59-Jährige und nicht wie sonst gegen Wattmonster, die meine Söhne oder Enkel sein könnten. Allerdings starten alle Altersklassen gemeinsam und so war es nicht verwunderlich, dass ich heute bereits in der ersten von 5 Runden auf dem Watopia – Two Bridges Loop Kurs abgehängt wurde. Die erste Verfolgergruppe fuhr aber ein gleichmäßiges Tempo und so konnte ich mich darin ganz gut halten. Da sich niemand in der Gruppe anzugreifen traute, habe ich das in der letzten Runde zweimal versucht, aber niemand ging mit, bzw. ich kam nicht weit genug weg. Damit lief es wie so oft auf einen Massensprint hinaus, wo ich sowieso keinen Auftrag habe und nicht einmal noch irgendein Power-Up zur Verfügung hatte. Trotzdem reichte es am Ende für Platz 3 in der Kategorie F der 55-59-Jährigen. 🙂

Allgäu Rundfahrt 2021 – Gravel-Runde

Über die „Corona-Edition“ der Allgäu Rundfahrt 2021 habe ich hier schon berichtet. Heute ging es auf die 52km lange Gravel-Runde. Anfang und Ende sind identisch mit der Strecke des Auto Brosch Bike Marathons. Und auch sonst ist die Strecke durchaus anspruchsvoll. Der Großteil der gut 850hm wartet bereits auf der ersten Hälfte der Strecke, teilweise in Form von kurzen, steilen und grobschotterigen Anstiegen und auch einige Abfahrten sind eher für MTBs als für Gravel-Bikes geeignet. Mit allzu schmalen Reifen und einer Straßenübersetzung sollte man deshalb besser nicht unterwegs sein. Dafür verläuft der Kurs bis auf wenige Kilometer verkehrsfrei ausschließlich auf Feld- und Waldwegen und ist komplett fahrbar. Hat Spaß gemacht.

Allgäu Rundfahrt 2021

Seit über 40 Jahren veranstaltet der RSC Kempten die Allgäu Rundfahrt, eine Radtouristik-Veranstaltung für jedermann auf den schönsten Nebenstrecken des Allgäus mit bis zu 2.000 Teilnehmern, coronabedingt heuer in einem anderen Format: Gefahren werden können zwei Rennrad-Strecken mit 50 bzw. 100km und eine Gravel-Strecke mit 52km an einem beliebigen Tag im Juni oder August 2021. Ohne Startgeld, aber mit der Bitte um eine kleine Spende, die zur Anpflanzung von Bäumen im Allgäuer Bergwald verwendet wird. Eine coole Idee in diesen bescheidenen Zeiten. Die Streckenbeschreibungen und gpx-files gibt es auf https://www.rsc-kempten.de/allgaeu-rundfahrt/. Ich habe mir heute die 100km-Strecke vorgenommen und am Start beim Autohaus Brosch in Durach zufällig „Frank the Tank“ getroffen. Gemeinsam sind wir die Runde abgefahren, die fast ausschließlich auf Nebenstrassen mit tollen Ausblicken verläuft, aber durchaus anspruchsvoll ist, denn es geht – wie üblich im Allgäu – ständig bergauf und bergab.

Mit dem Rennrad von Kempten an den Bodensee

Wer mit dem (Renn-)Rad von Kempten (Allgäu) zum Bodensee will, hat zahlreiche Optionen. Wenn es pressiert und man die kürzeste Strecke wählt, fährt man die meiste Zeit auf oder neben viel befahrenen Straßen. Will man nicht. Deshalb hier ein Tipp für eine zwar etwas längere Variante, aber dafür hauptsächlich auf Nebenstraßen und mit schönen Ausblicken sowie einer Zusatzschleife im Bodensee-Hinterland:

Zwift MTB Rennen mit Steuerung

Der Elite Sterzo Smart ist eine Vorderradstütze, die per Bluetooth mit Zwift verbunden werden kann und eine Steuerung des Zwift-Avatars durch Lenkeinschlag ermöglicht. Gibt es seit ca. einem Jahr, aber im freien Fahren ist die Option ziemlich unspektakulär und eigentlich uninteressant. Rennen, bei welchen die Funktion aktiviert ist, sind nach wie vor die große Ausnahme. Über eine solche Ausnahme bin ich heute bei der Suche nach einer Auslastung auf der Rolle bei bescheidenem Outdoor-Wetter gestolpert: Ein BCBR MTB Race über 2 Runden auf dem Spirit Forest Kurs der neuesten Makuri Islands – Erweiterung. Zugelassen waren nur MTBs. Zwiftpower hat mich zwar aufgrund meiner schlechten Leistungen in den letzten Rennen in die Kategorie „B (Almost A)“ heruntergestuft, aber ich habe mich trotzdem in der A-Kategorie angemeldet, weil ich keine Lust auf die B-Cat Sandbagger habe. Der Start war etwas konfus, weil die B-, C- und D-Startfelder vor der A-Cat auf die Strecke gingen, aber das übersichtliche Feld der 53 Starter hat sich schnell sortiert. Wie nicht anders zu erwarten fand ich mich am Ende der A-Cat wieder, und vor mir zusätzlich diverse B- und C-Kat Fahrer. War aber letztendlich nicht von Interesse, denn ich wollte eigentlich nur wissen, was die Steuerungs-Option im Rennen bringt. Fazit: Nicht wirklich viel. Klar, man kann Kurven schneiden und angeblich auch Konkurrenten ohne Steuerungs-Option aus dem Windschatten fahren, aber tatsächlich habe ich subjektiv weder durch die Wahl der Kurven-Innenlinie noch durch das Wechseln der Spur vor anderen Fahrern konkrete Vorteile für mich feststellen können. Vielleicht war das Starterfeld aber auch zu klein. Einziger spürbarer Effekt: Es wird anspruchsvoller, denn zum stupiden Treten kommt die mentale Anforderung dazu, jeweils die optimale Fahrlinie zu wählen. An langsameren Fahren fährt man aber bei aktivierter Steuerung auch ohne Spurwechsel (automatisch) vorbei. Vielleicht sollte Zwift das deaktivieren, denn dann wären Rennen, in welchen nur Starter mit Steuerung zugelassen sind, noch interessanter.