Cube Nuroad C:62 SL 2022 nach 1.500 Km

Mein bewährtes Cube Nuroad SL 2020 durfte Anfang 2022 einem neuen Gravel-Bike weichen. Die Wahl fiel auf das Cube Nuroad C:62 SL 2022. Ausschlaggebend waren vier Punkte: das neue Bike ist nicht zuletzt aufgrund eines Carbon-Rahmen anstelle eines Alu-Rahmens im Serienzustand 1,4 kg leichter, hat mit einer “Mullet”-Schaltung eine bergtauglichere Übersetzung von 40 vorne zu 50 Zähne hinten, die 1-fach Schaltung funktioniert elektronisch und der Rahmen verträgt Reifen bis zu 45mm Breite. Alles das sollte für deutlich mehr Fahrspass sorgen. Außerdem bietet der Rahmen noch ein paar zusätzliche Befestigungspunkte für Taschen und Schutzbleche. Auch das unauffällige Design gefällt mir gut, denn Cube hat es in der Vergangenheit ja gelegentlich mit Neonfarben etwas übertrieben. Wer es genau wissen will: Entgegen der Produkt-Fotos auf der CUBE Homepage kommt das Bike mit einem leichten olivegrün Stich. Vielen Dank auch an Wildrad CUBE Waltenhofen, die mir das neue Bike zuverlässig reserviert und perfekt aufgebaut haben. 🙂

Mit einem Listenpreis von aktuell 3.199,- EUR (im Herbst 2021 waren es noch 3.099,- EUR) liegt das 8,4 kg leichte Nuroad C:62 SL (die Werksangabe entspricht exakt dem tatsächlichem Gewicht ohne Pedale in meiner RH 56) im Wettbewerbs-Preis-Leistungs-Vergleich ziemlich weit vorne. Das nur 500,- EUR teurere Top-Modell C:62 SLT mit einem Gewicht von 7,8 kg wäre preislich noch interessanter gewesen, insbesondere aufgrund der Newmen Carbon Felgen und der leichteren SRAM XPLR-Schaltgruppe. Die kleinste Übersetzung von 40-44 war mir aber zu wenig und die 40mm schmalen Schwalbe G-One-R Reifen zu “race-lastig”. Die Entscheidung zwischen den beiden Modellen ist wirklich schwierig, aber wer eher tourenmäßig und/oder mit Gepäck unterwegs ist, für den ist das C:62 SL wohl die bessere Wahl.

Getauscht habe ich nach der zweiten Ausfahrt den serienmäßigen Cube Natural Fit Nuance SLT Road Carbon Sattel (197g) gegen mein Lieblingssattel Tune Speedneedle (92g). Nicht nur wegen des Gewichts, sondern weil mir die an vielen Cube Rädern verbauten Nuance Sättel im hinteren Bereich einfach zu breit für meinen filigranen Körperbau sind. 😉

Als Pedale habe ich die robusten, jahrzehnte lang bewährten Shimano XT Pedale montiert.

Am Lenker habe ich den Topeak UTF MULTI-MOUNT Halter verbaut, der unter der Garmin-kompatiblen Radcomputer-Aufnahme eine GoPro-Halterung aufweist. Daran lässt sich nicht nur eine GoPro sondern alternativ auch eine Lupine-Lampe montieren. Als Radcomputer kommt in der Regel der Garmin Edge 1030 plus zum Einsatz.

An Taschen habe ich zum einen auf dem Oberrohr eine Apidura Backcountry Top Tube Pack (1l) angebracht. Die ist schön schmal, den Oberschenkeln nicht im Weg und hat vorne einen Durchlass für ein Kabel zum (Nach-)Laden des Radcomputers oder der Front-Lampe mit einer Powerbank oder einem Akku. Daneben passen auch noch ein (kleines) Handy, Tempos, Kleinteile und ein paar Riegel in die Oberrohrtasche.
Als Rahmentasche habe ich eine Apidura Expedition Framepack in der Größe 4,5l verbaut. Die hat eine bequeme Reissverschlussöffnung auf beiden Seiten und passt perfekt in den 56cm Rahmen. Links ist nur ein schmales Fach, perfekt für 3-4 Riegel etc., rechts hat man Zugriff auf den großen Stauraum. Darin bewahre ich 2 Ersatzschläuche, Reifenheber, Minitool, CO2-Kartusche mir Pump-Kopf, Pumpe, Regenjacke, und SRAM-Ersatzakku auf und es ist immer noch Platz für sonstiges Begleitmaterial wie GoPro-Akkus, Verpflegung, etc.. Das reicht mir für Tagestouren. Als Trinkflaschen kann man bei montierter Rahmentasche aber nur noch 0,5l Flaschen mit seitlichem Zugriff verwenden, sonst ist die Rahmentasche im Weg.

Nach den ersten 1.500 Km bin ich sehr zufrieden mit dem Bike. Ich hatte zwar einen Platten, aber nur weil ich mir einen kleinen Metalldorn in den Reifen gefahren habe. Beim Schlauchwechsel stellte sich dann heraus, dass Schwalbe Aerothan Schläuche verbaut sind. Nicht schlecht, denn die sind nicht nur ziemlich teuer und (angeblich) widerstandsfähiger, sondern mit knapp 70 Gramm in der Größe bis 50 Millimeter Reifenbreite extrem leicht und eine echte Alternative zu Tubeless. Ansonsten gab es bislang kein einziges Problem. Der Rahmen ist schön steif und die Mullet-Schaltung ist genial. Absteigen muss man nur auf extrem steilen Passagen. Auf festem Untergrund kann man fast alles locker im Sitzen hochkurbeln. Den Akku der SRAM Rival eTap AXS habe ich erstmals nach 800 Km aufgeladen, als die LED rot blinkte. Einen Ersatzakku habe ich aber eh immer dabei. Das Profil des WTB Riddler Hinterradreifens ist nun schon sichtbar abgefahren, ich bin aber auch ca. 50 % auf Asphalt gefahren. Auf Tubeless habe ich noch nicht umgerüstet und bin mir aktuell auch gar nicht sicher, ob ich überhaupt umrüsten soll, denn mit 2 bar Reifendruck rollt es für meine Ansprüche sowohl im Gelände als auch auf der Straße ganz gut.

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