Tennenmooskopf – Balderschwang – Dinjörgen Alpe

Endlich ging es sich heute einmal wieder aus mit einer richtigen Allgäuer MTB-Tour mit dem Mountain-Mike. Mit dabei außerdem Local Andy und RSC-Teamkollege Andreas. Ich war ein bisschen spät dran und deshalb gab es zum Warmfahren erstmal ein flottes knapp einstündiges Einrollen von Kempten zum Treffpunkt in Immenstadt mit einem 27er Schnitt bei Gegenwind. Damit war ich zwar warmgefahren aber eigentlich auch schon platt. :-/
Über Ettensberg kurbelten wir dann das Gunzesrieder Tal entlang und hinauf bis zur Hirschgundalpe. Bis dahin alles fahrbar, aber dann gab es erstmal ein paar Trage- und Schiebeeinheiten. So ischs halt im Allgäu. Auf der grobschotterigen Abfahrt zur Rappengschwend Alpe fing sich Andy einen Schnitt im Mantel hinten ein, den wir mit einer Maxalami aber perfekt abdichten konnten. Während der Auffahrt zur Höllritzer Alp wollte niemand so recht wetten, wieviele unmotorisierte Bikes wir dort wohl antreffen würden und tatsächlich standen dort acht E-Bikes und null MTBs ohne Motor herum. 🙁
Gestärkt mit frischem Rübli- bzw. Käsekuchen fuhren wir über den Sipplinger Kopf hinunter nach Balderschwang und auf einem Forstweg mit einigen bösartigen Rampen parallel zur Riedbergpass-Strasse zur Dinjörgen Alpe. Von dort ging es westlich des Schafkopfs über eine Sonderprüfung bergauf mit ein paar Schiebeeinheiten zur Schönbergalpe. Ab da wartete wieder Neuland auf mich: Statt der motorradverseuchten Riedbergpass-Straße fuhren wir zunächst südlich davon auf einem komplett fahrbaren Wiesen/Karrenweg und anschließend nördlich davon auf einem zumindest teilweise fahrbaren Trail an der Wannenkopfhütte vorbei nach Obermaiselstein. Der Rest der Tour verlief dann unspektakulär über Bosterlang. Untermühlegg und Schweineberg zurück nach Immenstadt. Auf dem Illerradweg kurbelte ich dann locker nach Hause und hatte nach 6:00h Fahrzeit 107km und 1.886hm auf der Uhr (STRAVA-Link).
Eine schöne Runde in netter Begleitung. So macht Biken im Allgäu Spass. 🙂

Rossberglauf MTB Uphill Race

1987 wurde der Rossberglauf ins Leben gerufen, ursprünglich ein Berglauf von Burgberg hinauf zur Alpe Rossberg auf 1.375m Höhe am Südhang des Grüntens, dem Wächter des Allgäus. Organisiert vom TSV Burgberg gibt es mittlerweile auch eine Wertung für Mountainbiker. Auf 10km sind 678hm zu bewältigen. Ein ständig wechselndes Höhenprofil mit kurzen Rampen über 20%, ein paar Abfahrten zwischen durch und Serpentinen gegen Ende machen die Strecke nicht einfach. Dazu kamen heuer noch hochsommerliche Temperaturen, die eine verstärkte Schweißbildung förderten. Belohnt wurde die Anstrengung durch ein herrliches Alpenpanorama auf dem letzten Kilometer.

Leider war das Starterfeld mit rund 30 Teilnehmern recht überschaubar. Schade, denn der Veranstalter hat sich richtig Mühe gegeben, nicht zuletzt mit Kaffee und selbstgemachte Kuchen im Ziel. Es dauerte eine Weile, bis der schwere Diesel in Fahrt kam, aber gegenüber den Uphill-Spezialisten mit ihren Starrgabel-Bikes (der Sieger Andre Dodier vom RSV Allgäu Outlet Sonthofen war mit einem 6,4kg leichten Rad am Start) habe ich mich als Gesamt-5ter in 42:14min ganz ordentlich geschlagen.

RSC AUTO BROSCH Kempten Tourenfahrt nach Oberstdorf

Der RSC AUTO BROSCH Kempten hat nicht nur sportlich erfolgreiche Straßenfahrer, Mountainbiker und Triathleten in seinen Reihen. Das Rückgrat des Vereins sind seine Tourenfahrer. Sie treffen sich während der Sommerzeit jeden Mittwoch Abend zum sogenannten “Mittwochsradeln” für kurze und jeden Samstag für längere Touren. Gefahren wird so schnell, dass jeder mitkommt, hauptsächlich auf verkehrsarmen Nebenstrecken durch das gesamte Unter-, West-, Ost-, und Oberallgäu. Unterwegs und/oder am Tourenende wird eingekehrt. Vergangenen Samstag stand ein Allgäu-Klassiker auf dem Programm: die knapp 100km lange Runde mit 1.000hm über die Hörnerdörfer nach Oberstdorf und über Rettenberg/Moosbach zurück (Track). Ich konnte es mir einrichten und bin mitgefahren, weil es auch großen Spaß macht, mal gemütlich in einer Gruppe zu fahren und sich zu unterhalten, anstatt ständig nur leistungsorientiert durch die Gegend zu bolzen. Trainingspläne für Hobbyfahrer  werden sowieso hoffnungslos überbewertet. 🙂 Das frühsommerliche Wetter und das permanente Alpenpanorama sorgten schon auf der Hinfahrt für beste Stimmung unter den Teilnehmern, die auch der Gegenwind nach der Einkehr im Burgberger Tierparadies nicht trüben konnte. Wer mal mitfahren möchte: die Termine und Treffpunkte stehen auf der RSC-Homepage. Und wer nicht im Allgäu wohnt: Sucht Euch einen Verein in Eurer Nähe, der Tourenfahrten durchführt. Es lohnt sich.

Teamtraining am 04.03.2018

Der Winter 2017/2018 meinte es bislang nicht gut mit den Radfahrern im Allgäu. Ein ständiger Wechsel von Schnee, Regen und Temperaturen bis zu -20 Grad lies kein regelmäßiges Training auf der Strasse zu. Jetzt, Anfang März, ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen: Temperaturen über dem Gefrierpunkt und schnee- und eisfreie Strassen. Ideal für ein lockeres RSC AUTO BROSCH Kempten – Teamtraining heute, wobei “locker” relativ zu sehen war: ein A-Fahrer, ein B-Fahrer, eine U-23-Hoffnung, ein U19-Fahrer und ein Hobbyfahrer schlugen neben meiner Wenigkeit am Treffpunkt beim Hauptsponsor Autohaus Brosch auf. Alle natürlich auf Rennrädern und ich war der Einzige mit einem 11-Kilo schweren Crosser mit Stollenreifen. Egal, bei Kaiserwetter und einem traumhaften Panorama auf die tief verschneiten Allgäuer Berge lief es ganz ordentlich. 🙂

Zwift National Championships

Zwift, die führende Plattform für Indoor-Radfahren hatte heute erstmals zu den Nationalen Meisterschaften aufgerufen. In den 15 Ländern mit den meisten Zwift-Mitgliedern wurde der Landesmeistertitel ausgefahren. Die Sieger/innen dürfen ihrem Zwift-Avatar ein Jahr lang ein spezielles Meistertrikot in Landesfarben überstreifen. Knapp 300 Starter aus Deutschland gingen um 10.30 Uhr auf die 3 Watopia Volcano Climb Runden über insgesamt 68km und 600hm.

Meine Befürchtung, dass hier unbekannte Wattmonster mit unrealistischen Leistungswerten aufschlagen würden, bestätigten sich zum Glück im Wesentlichen nicht. Der Start verlief zwar wie erwartet heftig (1 Minute “Fullgazzz”), danach bildete sich aber eine ca. 50-köpfige Spitzengruppe, die ein gleichmäßiges Tempo anschlug, was mir altem Mann sehr entgegen kam. Über den ersten Volcano Climb konnte ich mich Dank eines “Feather Power Up” in 6:37min in der dann auf etwa 20 Fahrer geschrumpften Spitze halten. Die Gruppe  blieb zusammen, fuhr schön gleichmäßig und auch im zweiten Volcano Anstieg (6:46min) konnte ich dranbleiben. Wir hatten mittlerweile einen Vorsprung von über 3 Minuten auf die ersten Verfolger und es war klar, dass die Gruppe nicht mehr eingeholt werden würde. Genauso klar war mir, dass eine Vorentscheidung im dritten Vulcano Climb fallen und mein Schicksal dort besiegelt werden würde.

Mir waren nur wenige Fahrer aus der Spitzengruppe bekannt: Zu allererst natürlich mein VISION-Teamkollege Johannes Herrmann aus Lindenberg im Allgäu, der 2015 und 2016 für mein IRL-Team RSC AUTO BROSCH Kempten fuhr, ein junger, sehr starker A-Fahrer und mein Favorit für das Rennen. Mit dabei waren auch Thomas Jendrusch von den RuhrRiders und Topias Thomsen vom Team WBR, beides bekannte, erfahrene und erfolgreiche Rennfahrer auf Zwift.

Wie befürchtet zog das Tempo im dritten Volcano Climb an und ich konnte die Pace der jungen Burschen an der Spitze nicht halten. Mit einer Zeit von 7:16min ging ich abgeschlagen als 16ter über den KOM. Die Position konnte ich bis ins Ziel halten und nach ein paar DQs wegen ZADA, ZP und fehlendem HRM fiel am Ende nach einer Fahrzeit von 1:33:47h ein 13ter Platz ab. Damit bin ich dafür, dass es keine Altersklassen-Wertung gab, ganz zufrieden. 🙂 Deutscher Meister wurde nach der nun (04.03.2018) offiziellen Wertung Johannes Herrmann vor Thomas Jendrusch und Sven Dunker. Herzlichen Glückwunsch!

P.S.: Interessante Gewichtsentwicklung bei dem Fünftplatzierten “HS” (https://www.zwiftpower.com/profile.php?z=68344):
77kg bis 15.04.2017,
70kg ab 22.04.2017 bis 03.08.2017,
67kg ab 22.08.2017 bis 12.09.2017,
60kg ab 05.10.2017 bis 02.11.2017 und
65kg ab 06.11.2017.
Da kann man nur sagen: Trag Deinen echten Namen und Dein echtes Gewicht ein oder verschwinde aus den Zwift-Rennen.