Zwift Racing League Season 2 – Race 1

Das größte Renn-Event auf Zwift, die Zwift Racing League, geht in die 2. Saison. Vom 11.01.21 bis 01.03.21 finden jeweils Dienstag Abend Einzel-Rennen und Team-Zeitfahren statt. Das Besondere: es gibt keine Einzel-, sondern nur eine Team-Wertung. Dafür zählen die Endplatzierung und die Ergebnisse bei Sprints und Bergwertungen unterwegs bei den Einzel-Rennen bzw. die Zeit des vierten Fahrers bei den Team-Zeitfahren. Entsprechend hoch ist die Motivation der Teilnehmer, denn niemand will sein Team enttäuschen.
Nachdem ich Montags schon im Rahmen der RSC Kempten Indoor Vereinsmeisterschaft im (Wettkampf-) Einsatz bin, hab ich mich nur als Ersatzfahrer für das VISION B-Team Titan Groovers zur Verfügung gestellt, wurde aber gestern aufgrund von Ausfällen anderer Fahrer prompt für das erste Rennen auf dem Richmond UCI Reverse Kurs verpflichtet. In der ersten der zwei Runden konnte ich noch mit der Spitze mithalten und unbeabsichtigt und unerwartet ein paar Punkte in mindestens einer Sprint-Wertung (die offiziellen Ergebnisse liegen aktuell noch nicht vor) sammeln. In der zweiten Runde verlor ich aber im ersten Anstieg den Kontakt zu 14-köpfigen Spitzengruppe. Der Versuch, Platz 15 bis ins Ziel zu retten, scheiterte kläglich, denn 3 Kilometer vor dem Ende wurde ich von einer 20-köpfigen Verfolgergruppe eingeholt und im Zielsprint reichte es mit schweren Beinen nach der langen Allein- bzw. Zu-Zweit-Fahrt nur noch zu einem bescheidenen Platz 29 von 79 Startern.
Das Race-Format ist aber durchaus interessant und sehr kompetitiv, denn es gab bis auf den Sieger, der nach dem Reglement die 4 w/kg FTP-Grenze aufgrund seines angegebenen Körpergewichts von 55kg (bei 1,72m) überschreiten darf, keine Leistung-Aussreisser nach oben, und die Leistungsdichte ist sehr hoch: Wer nicht unmittelbar an der Grenze zur A-Klasse fährt, hat kaum eine Chance auf eine Top50-Platzierung.

RSC Kempten Indoor Vereinsmeisterschaft 2021 – Rennen 1

Offizieller Rennbericht:
Der 1. Lauf zur Indoor Vereinsmeisterschaft des RSC Kempten auf dem flachen Stadtkurs „Greatest London Flat“ über 24km und 150hm wurde wie erwartet in einer Sprint-Ankunft entschieden. Aus den 20 Teilnehmer/innen bildete sich gleich nach dem Start eine 10-köpfige Spitzengruppe, aus der niemand auszureißen versuchte. Lediglich Sebastian Kühn versuchte mehr oder weniger erfolglos, mit Attacken an den kurzen Anstiegen eine Vorentscheidung herbeizuführen. Letztendlich bog eine 8-köpfige Spitzengruppe auf die Zielgerade vor dem Buckingham Palace ein. Hier hatte Youngster Claudius Kühn die schnellsten Beine und gewann knapp vor RSC-Neuzugang Daniel Novy und Julian Gebele. Bei den Damen setzte sich Sabrina Kinzel vor Juliana Zapata durch.

D.h., obwohl ich nach den Attacken unterwegs auf dem letzten Kilometer völlig platt war, hab ich die Klasse Master 3 gewonnen. Cheers!

Radfahren bei -6 Grad

Vorab: es geht. Sofern man die richtige Ausrüstung hat. Das Beste an Temperaturen unter 0 Grad im Allgäuer Winter ist, dass die Straßen dann trocken sind, weil kein Schnee-Salz-Schmelzwasser auf die Straße läuft. D.h., man muss sein Rad nach der Fahrt nicht putzen. Deshalb fahre ich ganz gerne draußen, wenn es richtig kalt ist, und ungerne, wenn es über 0 Grad hat.

Heute hatte es zu Beginn -6 Grad und später maximal -3 Grad bei leichtem Ostwind, strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. Beste Bedingungen. Und das war mein Outfit (in der Reihenfolge des mehrstündigen Ankleidevorgangs):

  • X-Bionic Energizer 4.0 Langarm Unterhemd
  • kurze RSC Teamhose Craft
  • kurze X-Socks Wintersocken
  • lange RSC Teamhose Craft ohne Inneneinsatz
  • RSC Teamtrikot Craft langarm
  • GORE Wear C5 GORE-TEX INFINIUM Soft Lined Thermo Jacke
  • GORE Wear Windstopper Balaclava – Sturmhaube
  • Abus GameChanger Helm
  • EKOI PERSOEVO7 Sonnenbrille
  • Northwave MTB-Schuhe
  • GORE Wear C5 Thermo Überschuhe
  • GORE Wear C5 Thermo Handschuhe

Damit war ich fast perfekt ausgerüstet. Nur an den Zehen kündigten sich nach 1,5 Stunden Erfrierungserscheinungen an. Irgendwo habe ich noch Akku-betriebene Heizsohlen. Die kommen dann morgen zum Einsatz. Gut Luft bekommt man durch die Sturmhaube auch nicht, reicht aber für wenig intensives Fahren bei diesen Temperaturen.

Update 10.01.2021:
Heute 2 Stunden Straße bei ähnliche Bedingungen wie gestern: Sonnenschein, blauer Himmel und um die -4 Grad. Outfit (frisch gewaschen) dasselbe wie gestern, aber diesmal mit den beheizbaren Therm-ic Seat Heat Flat Einlegesohlen und den C-Pack 1300 Akkus (altes Modell ohne Bluetooth). Auf Stufe 2 von 3 sorgten die Sohlen für eine durchgehend angenehme Fußwärme. Ob die Akkus auf dieser Stufe – wie vom Hersteller angegeben – tatsächlich 5-7 Stunden halten, möchte ich allerdings bezweifeln, denn einer der beiden Akkus hatte sich am Ende der Ausfahrt auf Stufe 1 zurückgestellt. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich die Akkus mindestens 2 Jahre nicht in Betrieb hatte. Wie auch immer, die Sohlen sind eine Empfehlung wert. Man spürt sie beim Fahren nicht und sie zögern den Zeitpunkt, ab dem man bei Minustemperaturen an den Zehen friert, um Stunden hinaus. Zu beachten ist aber, dass sie so dick auftragen, dass sie nur im Austausch mit einer bereits vorhandenen Einlegesohle in den Radschuh passen.

Deafness By Noise – A tribute to our friend

Deafness by Noise hören sich an wie eine Hardcore Punk-Band aus NYC, kommen aber aus Kroatien und haben für ihren rockigen Tribute-Song eine illustre Auswahl von Hardcore-Größen gewinnen können, darunter Vinnie Stigma (Agnostic Front), Lars Frederiksen (Rancid), Zoli (Ignite), Choke (Slapshot) und Wattie (The Exploited). Der Track ist dem 2013 verstorbenen Onno Cromag gewidmet, welcher zusammen mit Roger Miret von Agnostic Front das Label Strength Records gegründet hat: „You are gone, but not forgotten!“

RSC Kempten Indoor Vereinsmeisterschaft 2021 – Test-Rennen

Indoor-Cycling boomt. Gibt kaum noch Radsportler, die insbesondere im Winter bzw. in Lockdown-Zeiten keine Indoor-Plattformen nutzen und die meisten Rollen-Trainer sind ausverkauft. Da seit Monaten auch so gut wie keine Outdoor-Wettkämpfe stattfinden können, lag es nahe, eine Indoor-Vereinsmeisterschaft auf der führenden Plattform Zwift zu organisieren. Zwift erlaubt es mittlerweile, sogenannte Meet-Ups mit bis zu 100 eingeladenen Teilnehmern als Rennen zu veranstalten. Ist zwar etwas mühsam, die Teilnehmer von Hand einzuladen, aber man fährt auf dem Kurs seiner Wahl ausschließlich unter sich und erhält eine offizielle Ergebnisliste. Um das Ganze mal auszuprobieren hab ich für heute ein Test-Rennen organisiert. 12 RSCler traten auf dem Zwift „Beach Island Loop” Kurs mit 13km und 44hm an. Bereits kurz nach dem Start setzte sich eine 6-köpfige Spitzengruppe ab, die trotz meiner Tempoverschärfungen an den kurzen Anstiegen zusammenblieb. 600 Meter vor dem Ziel trat ich in einem Anfall von Verzweiflung an, wurde aber ausgerechnet von meinem Sohn Claudius und MTB-Spezialist Klaus Näher gnadenlos übersprintet. Obwohl 3 Fahrer technische Probleme hatten und nicht starten konnten, verlief das Test-Rennen im Großen und Ganzen zufriedenstellend und ich hoffe auf eine rege Teilnahme bei den am 11.01.2021 beginnenden Meisterschafts-Läufen.

Flashback 1994

Vor 27 Jahren schloss ich mich als „Zugereister“ dem TSV Heising – Abteilung Radsport an. Unter Leitung des aktuellen Vorsitzenden des Radsport-Bezirks Schwaben Edi Nebel waren dort die damals stärksten Allgäuer Radrennfahrer vereint, u. a. Hans Siman (später RSC Kempten) und Roland Maier (später RV Stuttgardia Stuttgart) sowie Mountain-Bike Urgestein Peter Neugebauer, der spätere Allgäuer MTB-Meister Frank Pohl (RSC Kempten) und der jetzige Radshop-Inhaber Bernd Holzer. Im Frühjahr 1994 fuhr ich mit den vorgenannten und weiteren Radsportverückten nach Milano Marittima an der italienischen Adria-Küste ins Trainigslager und spulte unter Führung eines italienischen Ex-Profis, dessen Namen ich leider vergessen habe, unzählige Kilometer in der Gegend um San Marino ab. Dort entstanden diese skurrilen Videoaufnahmen. Nicht lachen, wir waren damals up-to-date gekleidet und ausgerüstet. Und nein, ich war damals leider nicht beim Team Carrera Jeans – Tassoni unter Vertrag.

GCA Cup Rennen 4

Gestern stand das letzte Rennen des GCA-Cups Dezember 2020 an. Eine Runde auf dem Greatest London Loop Kurs mit 26km und 324hm. Nachdem die besten drei von vier Ergebnissen im Cup für die Gesamtwertung zählen, war meine leise Hoffnung, das schlechteste der drei bisherigen Ergebnis zu verbessern, um noch ein paar Punkte zu sammeln. Wer aber dachte, dass am Tag vor Heiligabend alle Besseres vorhaben, als sich auf die Rolle zu setzen, sah sich getäuscht. Tatsächlich waren zwar nur 46 Fahrer am Start, darunter aber die komplette Top10 der Gesamtwertung. Von vornherein war klar, dass die Entscheidung am Leith Hill Climb fallen würde. Bis dahin blieb der Großteil des Feldes auch zusammen, aber zu Beginn des Anstiegs setzten sich 13 Fahrer ab. Da konnte der dicke alte Mann erstmal nicht mithalten. Nach der Hälfte des Anstiegs war der Diesel dann warmgelaufen und ich ging zusammen mit Norman Dimde mit knapp 20 Sekunden Vorsprung auf die nächsten Verfolger in die Abfahrt. Die waren jedoch zu fünft und deshalb lies ich mich auf keine taktischen Spielchen ein, sondern versuchte, den Abstand zu halten. Kurz vor dem Ziel holten wir noch Torsten Meyer ein, aber im Zielsprint musste ich Dimde und Meyer den Vortritt lassen. Mit Platz 12 in der Tageswertung konnte ich mich in der Gesamtwertung dann noch auf 90 Punkte verbessern und Gesamtrang 8 halten.