Mit dem Rennrad von Kempten an den Bodensee

Wer mit dem (Renn-)Rad von Kempten (Allgäu) zum Bodensee will, hat zahlreiche Optionen. Wenn es pressiert und man die kürzeste Strecke wählt, fährt man die meiste Zeit auf oder neben viel befahrenen Straßen. Will man nicht. Deshalb hier ein Tipp für eine zwar etwas längere Variante, aber dafür hauptsächlich auf Nebenstraßen und mit schönen Ausblicken sowie einer Zusatzschleife im Bodensee-Hinterland:

Zwift MTB Rennen mit Steuerung

Der Elite Sterzo Smart ist eine Vorderradstütze, die per Bluetooth mit Zwift verbunden werden kann und eine Steuerung des Zwift-Avatars durch Lenkeinschlag ermöglicht. Gibt es seit ca. einem Jahr, aber im freien Fahren ist die Option ziemlich unspektakulär und eigentlich uninteressant. Rennen, bei welchen die Funktion aktiviert ist, sind nach wie vor die große Ausnahme. Über eine solche Ausnahme bin ich heute bei der Suche nach einer Auslastung auf der Rolle bei bescheidenem Outdoor-Wetter gestolpert: Ein BCBR MTB Race über 2 Runden auf dem Spirit Forest Kurs der neuesten Makuri Islands – Erweiterung. Zugelassen waren nur MTBs. Zwiftpower hat mich zwar aufgrund meiner schlechten Leistungen in den letzten Rennen in die Kategorie „B (Almost A)“ heruntergestuft, aber ich habe mich trotzdem in der A-Kategorie angemeldet, weil ich keine Lust auf die B-Cat Sandbagger habe. Der Start war etwas konfus, weil die B-, C- und D-Startfelder vor der A-Cat auf die Strecke gingen, aber das übersichtliche Feld der 53 Starter hat sich schnell sortiert. Wie nicht anders zu erwarten fand ich mich am Ende der A-Cat wieder, und vor mir zusätzlich diverse B- und C-Kat Fahrer. War aber letztendlich nicht von Interesse, denn ich wollte eigentlich nur wissen, was die Steuerungs-Option im Rennen bringt. Fazit: Nicht wirklich viel. Klar, man kann Kurven schneiden und angeblich auch Konkurrenten ohne Steuerungs-Option aus dem Windschatten fahren, aber tatsächlich habe ich subjektiv weder durch die Wahl der Kurven-Innenlinie noch durch das Wechseln der Spur vor anderen Fahrern konkrete Vorteile für mich feststellen können. Vielleicht war das Starterfeld aber auch zu klein. Einziger spürbarer Effekt: Es wird anspruchsvoller, denn zum stupiden Treten kommt die mentale Anforderung dazu, jeweils die optimale Fahrlinie zu wählen. An langsameren Fahren fährt man aber bei aktivierter Steuerung auch ohne Spurwechsel (automatisch) vorbei. Vielleicht sollte Zwift das deaktivieren, denn dann wären Rennen, in welchen nur Starter mit Steuerung zugelassen sind, noch interessanter.

Warum ich Zwift das ganze Jahr über abonniert habe

Ja ich weiss, Zwift ist nur ein Computerspiel, wo alle bescheissen, unrealistische Schnitte fahren und was zählt sind eh nur die echten Kilometer draußen. Interessiert mich aber nicht, denn wenn es wie heute lokale Unwetter-Warnungen mit Blitz, Donner und Hagel gibt, dann fahre ich nicht draußen, sondern auf der Rolle. Dafür ist Zwift optimal geeignet, denn es ist immer verfügbar und es gibt rund um die Uhr diverse Möglichkeiten, sich solide auszupowern. Da kam mir heute das BST Mountaingoat Einzelzeitfahren auf dem Bologna-Kurs gerade recht: 11 Kilometer mit einem 2km langen Anstieg mit durchschnittlich 10 Prozent Steigung, eine fast ideale Strecke für einen 20min FTP-Test. Optimal ausgeruht war ich zwar nicht, aber immer noch besser, als zu Hause rumzusitzen und Fußball zu schauen. 😉

RSC Kempten – Nachwuchstraining

Radsport boomt, und zu meiner großen Freude auch im Nachwuchsbereich. Der RSC Kempten verzeichnet seit 2 Jahren einen stetigen Zuwachs an Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Interesse am MTB- und Straßen-Rennsport bekunden. Wir haben darauf reagiert und bieten diverse Trainingsmöglichkeiten für alle Alters- und Leistungsklassen an, wobei die Nachwuchsförderung beim RSC Kempten schon lange Tradition hat. Aktuell erfolgreichstes Beispiel ist World-Tour Profi Michael Schwarzmann (Team BORA hans-grohe). Für die U17/U19/U23 Nachwuchsfahrer stand heute eine 3-stündige Trainingsausfahrt an, der ich mich gerne angeschlossen habe, auch wenn die Burschen meine Kinder (oder Enkel) sein könnten. 😉
Trainer Tobias Paul rief unterwegs einige 20-sekündige Sprints auf, die ich großzügig ausgelassen habe. Stattdessen versuchte ich, die jungen Burschen mit einigen Ortschild-Attacken zu überraschen, was – wie nicht anders zu erwarten – nur bedingt gelang. Hat trotzdem Spass gemacht, denn es gibt nichts Schöneres als zu sehen, wie junge Menschen meine Leidenschaft teilen. 🙂

Der Gruß-August Praxistest: Wieviele Rennradfahrer/innen grüßen zurück?

Ich grüße alle Rennradfahrer/innen, die mir begegnen, oder die ich überhole. Mit Handzeichen oder zumindest Kopfnicken. Aber wieviel Prozent grüßt zurück? Gefühlt immer weniger. Deshalb heute ein hochwissenschaftlicher Praxistest auf einer sonnigen 3h-Sonntags-Runde im Oberallgäu: Ich habe immer mit Handzeichen gegrüßt und als Zurückgrüßer/innen wurden alle gewertet, die mit Handzeichen, Kopfnicken oder einem „Servus“ o. ä. reagiert haben. Das Ergebnis war ernüchternd: Von 38 Rennradfahrer/innen im Begegnungsverkehr haben gerade mal 12 zurückgegrüßt. Ein paar weitere habe ich nicht mit der Kamera erwischt, aber das Verhältnis war ähnlich. Viele der Nichtgrüßer haben sich offensichtlich richtig Mühe gegeben, ja nicht zu mir hersehen zu müssen. Was ist da los?

Trainingslager@home

Traditionell veranstaltet der RSC Kempten seit vielen Jahren ein Frühjahrs-Trainingslager in der Karwoche in Italien, früher in der Toskana, in den letzten Jahren im absolut empfehlenswerten Hotel Boffenigo oberhalb von Garda am Gardasee. Für viele RSCler die schönste Woche des Jahres: Urlaub im Süden und ein Tagesablauf, der nur aus Essen, Schlafen, Chillen und Radfahren besteht. 🙂 Schon 2020 mussten wir das Trainingslager Coronabedingt absagen und auch in diesem Jahr machte uns dieser verdammte Virus einen fetten Strich durch die Rechnung. Aus der Not heraus geboren wurde ein Ersatz-Trainingslager zu Hause. Treffpunkt jeden Tag wie im richtigen Trainingslager um 10.00 Uhr vormittags und gemeinsame Ausfahrten im Allgäu über rund 4h unter Beachtung der Kontaktbeschränkungen, d.h. Päarchenbildung und Abstand. Ohne Frage kein wirklicher Ersatz für ein echtes Trainingslager, aber besser als nix und das Wetter meinte es bis jetzt sehr gut mit uns. Nach 3 Tagen mit insgesamt 646 TSS ist jetzt morgen erstmal ein Ruhetag mit ein bisschen Spazierenfahren angesagt.

Tag 1:

Tag 2:

Tag 3:

— Update 31.03.2021 —

Tag 4:

— Update 01.04.2021 —

Tag 5:

— Update 02.04.2021 —

Tag 6:

Sandbagging – Nein Danke

„Sandbagger“ nennt man auf Zwift die Herrschaften, die in den Kategorien B, C und D penibel darauf achten, bei Rennen nicht über die Kategorie-Leistungsgrenzen zu fahren (obwohl sie es könnten), um statt unter ferner liefen in ihre tatsächlichen Leistungsklasse in den Top10 der darunter liegenden Klasse zu finishen. Soll es auch bei echten Rennen auf der Straße geben, ist aber natürlich nichts für mich. Nachdem ich letzte Woche ein Zeitfahren in der B-Kategorie gewonnen habe, hat mich zwiftpower.com nun in die A-Kategorie (>= 4 w/kg FTP) eingestuft, die höchste Rennkategorie auf Zwift. Dort habe ich natürlich absolut keinen Auftrag, aber nur wer mit Stärkeren fährt wird besser, LOL.

Mein erstes Rennen als „A-Fahrer“ war heute das „Team Draft Libby Hill After Party Race“ über 33km und 106hm mit ein paar Runden auf der flachen Richmond-Runde und dem Ziel am Libby Hill KOM, ausgewählt in der Hoffnung, dass ich mich bis zum Ziel-Anstieg im Feld halten kann. So kam es dann auch. Die ersten paar Runden war ich noch gut dabei, danach hatte ich aber Mühe, mich im Feld zu behaupten und vor dem Schlussanstieg zum Libby Hill KOM waren alle Körner aufgebraucht. Trotzdem reichte es am Schluss zu Platz 12 von 22 in der A-Klasse. Gewonnen hat ein Cat-B Fahrer. Soviel zum Thema „Sandbagging“…

Zwift Racing League Season 2 – Race 8

Zum Abschluss der 2. Saison in der Zwift Racing League stand erneut ein Team-Zeitfahren an. Maximal 6 Fahrer dürfen starten und da jeder (Mann) zählt, bin ich als Ersatzfahrer wieder eingesprungen. Gefahren wurde auf dem Greatest London Flat Kurs mit 31 weitgehend flachen Kilometern. Leider kam unser sechster Mann am Start irgendwie nicht weg und hatte gleich mal knapp 30 Sekunden Rückstand. Bis wir das realisierten und entschieden, ohne ihn weiterzufahren, vergingen gut 2 Minuten, in denen wir ein paar Sekunden verschenkt haben. 8 Kilometer vor dem Ziel verloren wir unseren fünften Mann. Da die Zeit des Viertplatzierten zählt, mussten wir nun unbedingt zusammenbleiben, was nicht ganz einfach war, da zwei Teamkollegen kaum noch Führungsarbeit leisten konnten. Bei mir lief es dagegen ganz gut. Das intensive Training der letzten Wochen hat sich bezahlt gemacht und Zwift bescheinigte mir am Ende sogar noch eine Verbesserung meiner FTP um üppige 3 Watt. Aber einmal mehr hat sich gezeigt, dass Teamzeitfahren auf Zwift äußerst anspruchsvoll sind, da es unheimlich schwer ist, einen gleichmäßigen Zug aufzubauen. Macht das Ganze dafür aber auch wieder sehr interessant. Am Ende fuhren wir auf Platz 8 und belegen in der End-Ligawertung einen guten 4. Rang von 15 Teams. Hat Spass gemacht. 🙂

RSC Kempten Indoor Vereinsmeisterschaft 2021 – Rennen 6

Original Rennbericht:

Riedel mit Solo-Sieg beim Indoor Finale

Klarer Sieger des sechsten und letzten Laufs der Indoor-Vereinsmeisterschaft 2021 des RSC Kempten am 22.02.2021 war Sebastian Riedel. Auf dem berüchtigten „Achterbahn“-Kurs in Innsbruck über 48km und knapp 1.000hm, einem Streckenteil der Strassenweltmeisterschaft 2018, bildete sich im ersten Anstieg zum Reverse-KOM eine vierköpfige Spitzengruppe mit Riedel, Claudius Kühn, Niklas Breimaier und Silvan Anlauf, die in der Abfahrt und auf der ersten Stadtrunde zusammenblieb. Im zweiten Anstieg zum Innsbruck-KOM griff zunächst Breimaier an. Riedel ging mit und setzte sich mit einer Tempoverschärfung unmittelbar vor der Bergwertung ab. In der Abfahrt und auf der finalen Stadtrunde baute er seinen Vorsprung kontinuierlich aus und feierte einen ungefährdeten Solo-Sieg. Dahinter fuhr Claudius Kühn noch zu Breimaier auf und belegte mit einer Attacke auf dem letzten Kilometer Rang 2 vor Breimaier. Anlauf wurde vierter. Bei den Damen gelang Juliana Zapata der zweite Sieg in Folge. 

RGT Cycling – British Masters 2 Stages Race

Ein interessantes Indoor-Rennformat bietet die „British Masters Cycle Racing“ Organisation aktuell an jedem Freitag Abend für Fahrer/innen ab 40 Jahre auf der Indoor-Plattform RGT Cycling an: aus einem Strassenrennen und einem anschließendem Einzelzeitfahren wird eine Gesamtwertung erstellt, aufgeteilt nach Altersklassen in 5-Jahres-Schritten. Da bin ich gestern mitgefahren.

Die Windschatten-Berechnung in RGT ist für mich nach wie vor undurchsichtig: Teilweise wird einem eine Ersparnis von 600 Watt in der Gruppe angezeigt und dann hat man plötzlich 10 Meter Loch zur Gruppe und muss sofort all-out gehen, um wieder ranzufahren. Im Feld werden einem ab und zu rote Wattwerte angezeigt, was wohl bedeuten soll, dass man eingebaut ist, nicht nach vorne kommt und sinnlos Leistung verbrät. Wann und warum das so ist, übersteigt aktuell meine kognitiven Fähigkeiten.

Im Road-Race reichte es trotzdem für Platz 14 Overall und Platz 2 in meiner Altersklasse. Im anschließenden Einzelzeitfahren wurden die Fahrer mit 15 Sekunden Abstand auf die Strecke geschickt. Auch hier entstand etwas Verwirrung. Obwohl ich deutlich mehr Watt/kg als der vor mir gestartete Fahrer trat, kam ich ihm kaum näher. Gleichzeitig verkürzte der nach mir gestartete Fahrer trotz weniger oder gleicher Watt/kg-Werte permanent den Abstand zu mir, obwohl die Strecke topfeben war. Naja, im Einzelzeitfahren fuhr ich auf Platz 13 Overall und wieder Platz 2 in der AK 55-59 Jahre. In der Gesamtwertung war das dann Platz 2 in hinter Jojo Rusinek (CAN) und vor Gerald Thiemt (GER).