Wahoo Kickr 2018 Support

Mit dem Wahoo Kickr 2016 Smart-Trainer war ich über viele tausend Kilometer sehr zufrieden, nur der typische, mit der Geschwindigkeit ansteigende “Düsenjet-Sound” störte. Da lag es nahe, im September 2018 auf den so gut wie geräuschlosen Kickr 2018 umzusteigen. Leider fing das Teil bei der dritten Fahrt auf Zwift an, bei jedem Pedaltritt ein deutlich spür- und hörbares “Klackern” abzugeben. Beim Online-Verkäufer reklamiert kam  2 Wochen später ein Austausch-Gerät. Das lief dann zwei Monate tadellos, bis am 20.12.18 eine unerträgliche, helikopterähnliche Vibration auftrat. Klar, passiert wie immer am Wochenende und noch dazu vor Weihnachten. :-/

Eine Internet-Recherche ergab, dass der Kickr 2018 offensichtlich diverse (Geräusch-) Probleme bei vielen Nutzern aufweist, zumindest bis zur Seriennummer beginnend mit 011839 (= Produktionswoche 39/2018). Leider hat mein Austauschgerät eine niedrigere Seriennummer…

Auf der Wahoo-Kickr-Support-Seite wurde empfohlen, ein Ticket mit Video, Seriennummer und Kaufnachweis aufzumachen. Das hab ich am Freitag, 21.12.18, gegen 17.00 Uhr getan, trotz gewisser Skepsis, ob und ggf. wie schnell und einfach eine Support-Abwicklung mit einem Hersteller in den USA ablaufen würde. Hab also erstmal den guten alten Kickr 2016 wieder in Betrieb genommen und mich auf eine längere Wartezeit eingestellt.

Wenige Minuten (!) nach Absendung meines Tickets kam von Wahoo aber gleich eine Antwort mit einer Entschuldigung für meine Probleme und der Bitte um Mitteilung meiner “Shipping Adress”. Die habe ich umgehend mitgeteilt und darauf kam innerhalb von wenigen Minuten (!) die Antwort, dass die Frist für Austauschgeräte derzeit ca. eine Woche betrage und ich in die Warteschlange aufgenommen sei. Ich würde ein neues, geprüftes Gerät bekommen und müsste aktuell nichts weiteres übernehmen. Nach Erhalt des Ersatzgeräts würden die Modalitäten der Rücksendung meines defekten Geräts geklärt. 50 Minuten später (!) kam eine Bestätigung, dass mein Ersatzgerät bestellt wurde und ich die Tracking-Details bei Versand bekäme. Wow! Eine solch schnelle Support-Reaktion hatte ich bisher noch bei keinem Hersteller erlebt und war gespannt, wie es weiter geht.

Dann am Montag, 24.12.2018, (Heilig Abend!) gegen 11.00 Uhr eine Mail von Wahoo, dass mein Ersatzgerät “has been shipped”, inclusive DPD-Tracking-Nummer.

Am Samstag, 29.12.2018, ist das Paket laut DPD in meinem Zustellungspaketzentrum abgekommen. Leider arbeitet DPD am Samstag nicht und auch nicht am Montag, dem 31.12.2018 (Sylvester), denn als Zustellungsdatum wurde der 02. oder 03.01.2019 angekündigt.

Am Mittwoch, 02.01.2019, bringt DPD das Ersatzgerät. Es handelt sich offensichtlich um einen originalverpackten neuen Kickr 2018 aus den Niederlanden mit einer Seriennummer 011846…, also wohl produziert in der 46ten Kalenderwoche Mitte November. Der Aufbau läuft wie gewohnt in wenigen Minuten ab. Dem Rollenrad hab ich vorher noch eine neue Kette spendiert und die ersten 100 Kilometer noch am selben Tag auf Zwift verlaufen im Wesentlichen ohne Auffälligkeiten. Bergab tritt bei über 70 km/h ein leichtes Vibrieren des Schwungrads auf und hinterher ist selbiges gut warm, aber ansonsten ist das Gerät geräuschlos.

Aller guten Dinge sind (hoffentlich) drei. Man mag Wahoo ja vorwerfen, dass sie bei der Entwicklung/Produktion des Kickr 2018 Fehler gemacht haben. Was den Support angeht kann man aber nicht meckern. So schnell, einfach und großzügig reagiert wohl kaum ein anderer Hersteller. Die Geräte von Wahoo sind zwar nicht billig, aber ich bin gerne bereit, etwas mehr zu bezahlen, wenn ich weis, dass der Kunden-Support funktioniert. Jetzt gilt es noch abzuwarten, wie die Rücksendung des defekten Kickr abgewickelt wird.

Update 22.01.2019: Der defekte Kickr wurde gestern von einem TNT-Fahrer abgeholt. Am 16.01.2019 wurde ich vom Wahoo-Support wegen des gewünschten Abhol-Wochentags kontaktiert. Habe am 17.01.2019 den Montag genannt. Darauf wurde mir am 18.01.2019 der 21.01.2019 als Abholtag angekündigt, leider mit einem Zeitfenster von 09.00 bis 17.00 Uhr. Eine genauere Eingrenzung der Uhrzeit konnte mir der Wahoo-Support nicht mitteilen. Am selben Tag erhielt ich eine E-mail mit den Versanddokumenten als pdf-Dateien. Das Label habe ich auf den Karton aufgeklebt und die anderen Dokumente an den TNT-Fahrer, der zum Glück schon gegen 10.30 Uhr kam, übergeben. Noch am selben Tag habe ich eine Mail vom Wahoo-Support bekommen, in welcher die erfolgte Abholung bestätigt und das Ticket geschlossen wurde. Der neue Kickr läuft aktuell zufriedenstellend…

Update 06.05.2019: Das Ersatzgerät (Kickr 2018 Nummer 3) beim Wahoo Support reklamiert, weil es nun ebenfalls die o.g. Vibrationen und Schleifgeräusche aufweist. Austausch erfolgt wie oben beschrieben am 13.05.2019.

Update 11.09.2019: Das Ersatzgerät (Kickr 2018 Nummer 4) beim Wahoo Support reklamiert, weil es nun ebenfalls die o.g. Vibrationen und Schleifgeräusche aufweist. Austausch erfolgt wie oben beschrieben, allerdings muss ich diesmal das defekte Gerät abholen lassen bevor ich das Austauschgerät erhalte.

Update 20.11.2019: Mein 5. Kickr 2018 läuft nach wie vor einwandfrei.

Fit auf dem Rad mit 84

Über die SCTT Veteran Standard League auf Zwift hatte ich ja schon berichtet: Eine Serie von Einzelzeitfahren nach den Regeln der Veterans Time Trial Association (VTTA). Derzeit läuft die 4. Austragung und gestern fand Lauf 7 von 8 statt. Zu fahren waren 16km auf dem Watopia Vulcano Flat Reverse Kurs. Ich habe alles gegeben und auch mit 22:11min die Bestzeit realisiert. In der altersbereinigten Wertung liege ich aber weit hinter Derek Hodgins aus England, Inhaber des Stundenweltrekords der über 60-jährigen, der in 25:59min eine Durchschnittsleistung von 3,3w/kg getreten hat.

Der Kollege ist sage und schreibe 84 Jahre alt und damit satte 30 Jahre älter als ich. “Had a very busy day today & found it hard tonight” schrieb er in seinem STRAVA-Eintrag. Er hat wohl seine Ehefrau rund um die Uhr zu pflegen und kann deshalb nur noch Indoor-Radfahren. Schon deshalb gebührt ihm höchster Respekt. Bei all den altersbedingten Wehwehchen und körperlichen Einschränkungen, die mich selber jetzt schon plagen, kann ich seine Leistung nicht hoch genug bewerten. Hodgins könnte der Opa und Uropa von vielen Hobby-Radsportlern sein, welche seine Werte nicht annähernd erreichen. Der Mann ist eine Legende und ein absolutes Vorbild für jeden Radsportler. Hut ab!

Zwift National Championships

Zwift, die führende Plattform für Indoor-Radfahren hatte heute erstmals zu den Nationalen Meisterschaften aufgerufen. In den 15 Ländern mit den meisten Zwift-Mitgliedern wurde der Landesmeistertitel ausgefahren. Die Sieger/innen dürfen ihrem Zwift-Avatar ein Jahr lang ein spezielles Meistertrikot in Landesfarben überstreifen. Knapp 300 Starter aus Deutschland gingen um 10.30 Uhr auf die 3 Watopia Volcano Climb Runden über insgesamt 68km und 600hm.

Meine Befürchtung, dass hier unbekannte Wattmonster mit unrealistischen Leistungswerten aufschlagen würden, bestätigten sich zum Glück im Wesentlichen nicht. Der Start verlief zwar wie erwartet heftig (1 Minute “Fullgazzz”), danach bildete sich aber eine ca. 50-köpfige Spitzengruppe, die ein gleichmäßiges Tempo anschlug, was mir altem Mann sehr entgegen kam. Über den ersten Volcano Climb konnte ich mich Dank eines “Feather Power Up” in 6:37min in der dann auf etwa 20 Fahrer geschrumpften Spitze halten. Die Gruppe  blieb zusammen, fuhr schön gleichmäßig und auch im zweiten Volcano Anstieg (6:46min) konnte ich dranbleiben. Wir hatten mittlerweile einen Vorsprung von über 3 Minuten auf die ersten Verfolger und es war klar, dass die Gruppe nicht mehr eingeholt werden würde. Genauso klar war mir, dass eine Vorentscheidung im dritten Vulcano Climb fallen und mein Schicksal dort besiegelt werden würde.

Mir waren nur wenige Fahrer aus der Spitzengruppe bekannt: Zu allererst natürlich mein VISION-Teamkollege Johannes Herrmann aus Lindenberg im Allgäu, der 2015 und 2016 für mein IRL-Team RSC AUTO BROSCH Kempten fuhr, ein junger, sehr starker A-Fahrer und mein Favorit für das Rennen. Mit dabei waren auch Thomas Jendrusch von den RuhrRiders und Topias Thomsen vom Team WBR, beides bekannte, erfahrene und erfolgreiche Rennfahrer auf Zwift.

Wie befürchtet zog das Tempo im dritten Volcano Climb an und ich konnte die Pace der jungen Burschen an der Spitze nicht halten. Mit einer Zeit von 7:16min ging ich abgeschlagen als 16ter über den KOM. Die Position konnte ich bis ins Ziel halten und nach ein paar DQs wegen ZADA, ZP und fehlendem HRM fiel am Ende nach einer Fahrzeit von 1:33:47h ein 13ter Platz ab. Damit bin ich dafür, dass es keine Altersklassen-Wertung gab, ganz zufrieden. 🙂 Deutscher Meister wurde nach der nun (04.03.2018) offiziellen Wertung Johannes Herrmann vor Thomas Jendrusch und Sven Dunker. Herzlichen Glückwunsch!

P.S.: Interessante Gewichtsentwicklung bei dem Fünftplatzierten “HS” (https://www.zwiftpower.com/profile.php?z=68344):
77kg bis 15.04.2017,
70kg ab 22.04.2017 bis 03.08.2017,
67kg ab 22.08.2017 bis 12.09.2017,
60kg ab 05.10.2017 bis 02.11.2017 und
65kg ab 06.11.2017.
Da kann man nur sagen: Trag Deinen echten Namen und Dein echtes Gewicht ein oder verschwinde aus den Zwift-Rennen.

Elite Quick-Motion Rollers

Winterzeit – Rollenzeit. Fahren auf der Rolle boomt derzeit, insbesondere Dank dem Erfolg der Zwift-Software. Die meisten benützen einen Trainer, bei dem der Hinterbau des Rads fixiert wird. Damit steht das Rad stabil, umfallen ist ausgeschlossen. Ursprünglich gab es nur sog. freie Rollentrainer: zwei Rollen, zwischen denen das Hinterrad lief und die mit einem Gummi-Riemen mit einer dritten Rolle für das Vorderrad verbunden waren. So habe ich zu meiner aktiven Zeit in den 80ern im Winter trainiert. Solche Rollen gibt es nach wie vor und obwohl ich auf Zwift und Rouvy bislang ausschließlich die Direct-Drive-Trainer Wahoo Kickr und Tacx Neo gefahren bin, habe ich die freie Rolle in Gestalt der Elite Quick-Motion wieder entdeckt.

Vorteile: Die Rolle ist mit derzeit unter 300,- EUR (Marktpreis)  erschwinglich,  lässt sich auf diverse Radstände einstellen, benötigt weder Strom noch Internet und lässt sich in Sekundenschnelle überall auf- und abbauen und wieder auf ein handliches Packmaß (45 x 52 x 30 cm bei 11,5kg) zusammenklappen. Außerdem kann man jedes Bike darauf stellen ohne sich um Ritzelanzahl, Achssystem etc. Gedanken machen zu müssen. Mangels Fixierung schult die freie Rolle das Gleichgewichtsgefühl und stärkt die Muskulatur, die dafür notwendig ist. Die Geräuschkulisse ist auch bei höheren Intensitäten bescheiden. Wie sich die Elite Quick-Motion zusammenklappen lässt, zeigt nachstehendes Hersteller-Video und es geht tatsächlich sehr schnell: Schalter umlegen, Rändelschraube lösen und vordere Rolle auf die hinteren Rollen umklappen.

Nachteile: Für Anfänger kann das Fahren auf der freien Rolle durchaus herausfordernd sein, da es eine weitaus höhere Konzentration erfordert als eine fixierte Rolle. Am Anfang empfiehlt es sich, die Rolle in einem Türrahmen o. ä. aufzubauen, damit man sich auf beiden Seiten abstützen kann. Außerdem ist es deutlich schwieriger, verschiedene Trainingssituationen (Wiegetritt, Sprints, Widerstandsänderungen, freihändig Fahren, etc.) zu simulieren. Rennen fahren auf Zwift ist mit einer freien Rolle nicht wirklich sinnvoll: es fehlt die Widerstandsänderung je nach Streckenprofil und man kann nur schwer auf Rennsituationen reagieren. In erster Linie hat man genug damit zu tun, sich auf dem Rad zu halten…

Die Elite Quick-Motion Rolle relativiert einige Nachteile der freien Rolle. Zum einen bewegt sie sich beim Fahren je nach Trittleistung etwas nach vorne und hinten und sorgt damit somit für ein sehr realistisches Fahrgefühl. Zum anderen sind die Rollen “parabol” geformt, d.h. der Durchmesser nimmt an den Enden zu, so dass man von dort wieder zurück in die Mitte der Rollen geführt wird, und der Widerstand der Rolle lässt sich auf drei Stufen einstellen:
Stufe 1 ist für ein Rekom- / Grundlagentraining geeignet, Stufe 2 für ein GA1/GA2-Training und auf Stufe 3 muss man schon kräftig treten, um die Rollen in Bewegung zu halten. Für Maximalleistungen jenseits 500 Watt ist die Rolle weniger geeignet. Ist mir zumindest zu gefährlich. Leider lässt sich der Widerstand nicht während der Fahrt ändern.

Ich fahre mit einem Pedal-Powermeter auf der  Rolle und damit ist die Verwendung von  Zwift, Rouvy, etc. kein Problem. Alternativ kann man die Rolle mit dem Elite Misuro B+ Sensor (Straßenpreis ca. 50,- EUR) verbinden und Geschwindigkeit, Trittfrequenz und Leistung per Bluetooth oder Ant+ Standard auslesen. Empfehlen kann ich diese Art der Leistungs-Messung aber nicht. Obwohl Elite mit der Zwift-Kompabilität der Quick-Motion Rolle wirbt, lassen sich der Anleitung des Misuro B+ Sensors keine Einstellungshinweise für diese Rolle entnehmen. Nach zahlreichen Versuchen unter Vergleich mit den Werten der Favero Assioma PM-Pedalen hat sich die Einstellung 8 des Misuro B+ bei Widerstandsstufe 2 der Quick-Motion als am realistischsten herausgestellte. Alle anderen Einstellungen wiesen viel zu hohe Leistungswerte auf.

Mit der My E-Training App bietet Elite eine kostenlose App für IOS und Android an, mit der sich verschiedenste Trainingsprogramme abfahren und alle relevanten Daten aufzeichnen und exportieren lassen. Eine erweiterte Desktop-Software für Windows und MacOS ist kostenpflichtig.

Mir gefällt die Elite Quick-Motion. Sie bringt Abwechslung in das Rollentraining, lässt sich flexibel benutzen und ist für das Gebotene ihr Geld wert.

Edit vom 27.10.18: Misuro B+ Sensor Setup

Zwift Veteran Standard League

So realistisch der Race-Modus auf Zwift auch umgesetzt ist, in einem unterscheiden sich die meisten virtuellen von den echten Wettbewerben deutlich: es zählt nur der Leistungswert Watt/Kg, das Alter spielt keine Rolle. Da ist man als buckliger Tattergreis doch deutlich im Nachteil gegenüber den jungen Burschen. Allerdings gibt es drei Ausnahmen: Die ZHR Masters Rennen mit abgestuften Altersklassen ab 30, die BRT Ages Races mit altersabhängige gestaffelten Startzeiten und im Rahmen der Sporting Course Time Trial (SCTT) Serie die „Veteran Standard League“, 8 Einzelzeitfahren für Damen und Herren ab 40, von denen die besten 5 Ergebnisse für die Gesamtwertung zählen. Das Besondere daran ist, dass man einen von Streckenlänge und Alter abhängigen Zeitbonus oder -malus bekommt. Die Berechnung erfolgt nach den Regeln der Veterans Time Trial Association (VTTA). Auf einer Distanz von 10km sind es z. B. 40sec, die ich als 54-jähriger gegenüber einem 40-jährigen gutgeschrieben bekomme. Das ist ganz ordentlich und sogar soviel, dass ich derzeit in dieser Serie in Führung liege. Dazu war gestern allerdings eine Nachtschicht notwendig, denn der geplante Start im Donnerstags-Abendrennen um 18.30 Uhr fiel einem Stromausfall 8 Minuten vor Beginn zum Opfer, so dass ich ersatzweise in die amerikanische Zeitzone ausweichen und das verwaiste Rennen um 3.45 Uhr morgens fahren musste. Hatte zwar den Vorteil, dass ich die Zeiten meiner Konkurrenten aus dem Europa-Rennen schon kannte, hart war es aber trotzdem.

Zwift Team-Weltmeister 2017

Zum dritten Mal nach 2015 und 2016 wurden am 25.11.2017 die “Trade Team Worlds” auf Zwift ausgetragen, eine Team-Weltmeisterschaft in den Leistungskategorien A, B, C und D. Die höchste Klasse A musste 4 Runden auf der Watopia 8 Runde fahren: 121km mit 1.020hm. Pro Team waren maximal 6 Fahrer zugelassen, die drei Bestplatzierten zählten für das Ergebnis. Ich startete für eines der drei “VISION” A-Teams.

Nachdem hier die weltweit besten “Zwifter” gemeldet hatten war klar, dass es für mich weder um eine vordere Platzierung ging, noch dass ich in der Lage sein würde, die Top-Fahrer meines Teams zu unterstützen. Gutes Pacing war angesagt: Nicht zu schnell starten und bis zum Ende durchhalten, denn die meisten Zwifter sind Rennen dieser Länge nicht gewohnt. Während des Rennens waren wir wie die Profis per Team-Funk auf einem Discord-Kanal miteinander verbunden und konnten uns über Rennsituation und  Taktik austauschen.

Wie erwartet trennte sich bereits am ersten Anstieg nach 7km die Spreu vom Weizen und eine ca. 60-köpfige Spitzengruppe setzte sich ab. Ich konnte mich mit ca. 20 anderen in der ersten Verfolgergruppe halten und zum Glück waren sich alle einig, dass wir über die lange Distanz am besten damit fahren, wenn wir ein gleichmäßiges Tempo anschlagen und an den Anstiegen nicht über 5w/kg pacen. So hielten wir den Rückstand auf die Spitze in Grenzen und sammelten zahlreiche Fahrer auf, die daraus zurückfielen.

Eine Schrecksekunde gab es dann nach 71km: die Internetverbindung brach zusammen und für 40 Sekunden war ich alleine auf der Strecke. Als die Verbindung wieder stand, hatte ich 10 Sekunden Rückstand auf die Gruppe, normalerweise uneinholbar. Mit einem Kraftakt konnte ich doch noch aufschließen, musste dabei aber einige Körner lassen. Meinem Teamkollegen Steve Fleetwood (Großbritannien), der zuvor einen sehr starken Eindruck gemacht hatte, gelang das leider nicht und er fiel weit zurück.

Am letzten Anstieg konnten sich einige Fahrer etwas absetzen, aber dank eines aufgesparten Aero-Powerups platzierte ich mich im Schlusssprint mit 3:12min Rückstand auf den Sieger Justin Wagner (USA, Team ODZ) auf Platz 33 von 166 A-Fahrern.

Top-Ergebnis für mich, aber letztendlich völlig uninteressant, denn Philipp Diegner (Deutschland), Jeffrey Kriel (Australien) und Adam Webb (Großbritannien) erkämpften sich mit den Plätzen 2, 3 und 6 den Weltmeistertitel für unser Team VISION in der A-Kategorie! Großen Anteil daran hatte auch Duane Gran (USA) auf Platz 15. Teamchef Quentin Lavaye (FRA) komplettierte auf Platz 31 unserer Top-Ergebnis. Die Freude im Team war riesengroß, insbesondere da wir keine “Superstars” in unseren Reihen haben und uns dementsprechend zuvor nur Außenseiterchancen eingeräumt worden waren.

Rennen fahren auf Zwift in einem Team ist eine ganz besondere Erfahrung, die ich jedem absolut empfehlen kann. 🙂

STRAVA-Link zum Rennen (121,2km, 2:45:01min, 1.020hm)