Sandbagging – Nein Danke

„Sandbagger“ nennt man auf Zwift die Herrschaften, die in den Kategorien B, C und D penibel darauf achten, bei Rennen nicht über die Kategorie-Leistungsgrenzen zu fahren (obwohl sie es könnten), um statt unter ferner liefen in ihre tatsächlichen Leistungsklasse in den Top10 der darunter liegenden Klasse zu finishen. Soll es auch bei echten Rennen auf der Straße geben, ist aber natürlich nichts für mich. Nachdem ich letzte Woche ein Zeitfahren in der B-Kategorie gewonnen habe, hat mich zwiftpower.com nun in die A-Kategorie (>= 4 w/kg FTP) eingestuft, die höchste Rennkategorie auf Zwift. Dort habe ich natürlich absolut keinen Auftrag, aber nur wer mit Stärkeren fährt wird besser, LOL.

Mein erstes Rennen als „A-Fahrer“ war heute das „Team Draft Libby Hill After Party Race“ über 33km und 106hm mit ein paar Runden auf der flachen Richmond-Runde und dem Ziel am Libby Hill KOM, ausgewählt in der Hoffnung, dass ich mich bis zum Ziel-Anstieg im Feld halten kann. So kam es dann auch. Die ersten paar Runden war ich noch gut dabei, danach hatte ich aber Mühe, mich im Feld zu behaupten und vor dem Schlussanstieg zum Libby Hill KOM waren alle Körner aufgebraucht. Trotzdem reichte es am Schluss zu Platz 12 von 22 in der A-Klasse. Gewonnen hat ein Cat-B Fahrer. Soviel zum Thema „Sandbagging“…

Zwift Racing League Season 2 – Race 8

Zum Abschluss der 2. Saison in der Zwift Racing League stand erneut ein Team-Zeitfahren an. Maximal 6 Fahrer dürfen starten und da jeder (Mann) zählt, bin ich als Ersatzfahrer wieder eingesprungen. Gefahren wurde auf dem Greatest London Flat Kurs mit 31 weitgehend flachen Kilometern. Leider kam unser sechster Mann am Start irgendwie nicht weg und hatte gleich mal knapp 30 Sekunden Rückstand. Bis wir das realisierten und entschieden, ohne ihn weiterzufahren, vergingen gut 2 Minuten, in denen wir ein paar Sekunden verschenkt haben. 8 Kilometer vor dem Ziel verloren wir unseren fünften Mann. Da die Zeit des Viertplatzierten zählt, mussten wir nun unbedingt zusammenbleiben, was nicht ganz einfach war, da zwei Teamkollegen kaum noch Führungsarbeit leisten konnten. Bei mir lief es dagegen ganz gut. Das intensive Training der letzten Wochen hat sich bezahlt gemacht und Zwift bescheinigte mir am Ende sogar noch eine Verbesserung meiner FTP um üppige 3 Watt. Aber einmal mehr hat sich gezeigt, dass Teamzeitfahren auf Zwift äußerst anspruchsvoll sind, da es unheimlich schwer ist, einen gleichmäßigen Zug aufzubauen. Macht das Ganze dafür aber auch wieder sehr interessant. Am Ende fuhren wir auf Platz 8 und belegen in der End-Ligawertung einen guten 4. Rang von 15 Teams. Hat Spass gemacht. 🙂

RSC Kempten Indoor Vereinsmeisterschaft 2021 – Rennen 6

Original Rennbericht:

Riedel mit Solo-Sieg beim Indoor Finale

Klarer Sieger des sechsten und letzten Laufs der Indoor-Vereinsmeisterschaft 2021 des RSC Kempten am 22.02.2021 war Sebastian Riedel. Auf dem berüchtigten „Achterbahn“-Kurs in Innsbruck über 48km und knapp 1.000hm, einem Streckenteil der Strassenweltmeisterschaft 2018, bildete sich im ersten Anstieg zum Reverse-KOM eine vierköpfige Spitzengruppe mit Riedel, Claudius Kühn, Niklas Breimaier und Silvan Anlauf, die in der Abfahrt und auf der ersten Stadtrunde zusammenblieb. Im zweiten Anstieg zum Innsbruck-KOM griff zunächst Breimaier an. Riedel ging mit und setzte sich mit einer Tempoverschärfung unmittelbar vor der Bergwertung ab. In der Abfahrt und auf der finalen Stadtrunde baute er seinen Vorsprung kontinuierlich aus und feierte einen ungefährdeten Solo-Sieg. Dahinter fuhr Claudius Kühn noch zu Breimaier auf und belegte mit einer Attacke auf dem letzten Kilometer Rang 2 vor Breimaier. Anlauf wurde vierter. Bei den Damen gelang Juliana Zapata der zweite Sieg in Folge. 

RGT Cycling – British Masters 2 Stages Race

Ein interessantes Indoor-Rennformat bietet die „British Masters Cycle Racing“ Organisation aktuell an jedem Freitag Abend für Fahrer/innen ab 40 Jahre auf der Indoor-Plattform RGT Cycling an: aus einem Strassenrennen und einem anschließendem Einzelzeitfahren wird eine Gesamtwertung erstellt, aufgeteilt nach Altersklassen in 5-Jahres-Schritten. Da bin ich gestern mitgefahren.

Die Windschatten-Berechnung in RGT ist für mich nach wie vor undurchsichtig: Teilweise wird einem eine Ersparnis von 600 Watt in der Gruppe angezeigt und dann hat man plötzlich 10 Meter Loch zur Gruppe und muss sofort all-out gehen, um wieder ranzufahren. Im Feld werden einem ab und zu rote Wattwerte angezeigt, was wohl bedeuten soll, dass man eingebaut ist, nicht nach vorne kommt und sinnlos Leistung verbrät. Wann und warum das so ist, übersteigt aktuell meine kognitiven Fähigkeiten.

Im Road-Race reichte es trotzdem für Platz 14 Overall und Platz 2 in meiner Altersklasse. Im anschließenden Einzelzeitfahren wurden die Fahrer mit 15 Sekunden Abstand auf die Strecke geschickt. Auch hier entstand etwas Verwirrung. Obwohl ich deutlich mehr Watt/kg als der vor mir gestartete Fahrer trat, kam ich ihm kaum näher. Gleichzeitig verkürzte der nach mir gestartete Fahrer trotz weniger oder gleicher Watt/kg-Werte permanent den Abstand zu mir, obwohl die Strecke topfeben war. Naja, im Einzelzeitfahren fuhr ich auf Platz 13 Overall und wieder Platz 2 in der AK 55-59 Jahre. In der Gesamtwertung war das dann Platz 2 in hinter Jojo Rusinek (CAN) und vor Gerald Thiemt (GER).

RSC Kempten Indoor Vereinsmeisterschaft 2021 – Rennen 5

Offizieller Rennbericht:

In einem äußerst knappen Zielsprint entschied Juniorenfahrer Silvan Anlauf am 05.02.2021 den 5. Lauf zur Indoor Vereinsmeisterschaft des RSC Kempten für sich. Auf dem 35km langen „Everything Bagel“ Kurs im Zentrum von New York mit 555hm sorgte er nach 21km mit einer Solo-Attacke aus einer 10-köpfigen Spitzengruppe heraus für eine Vorentscheidung. Er wurde zwar am letzten Anstieg zum New York KOM wieder eingeholt, am Ende verblieben aber nur 5 Fahrer, die den Sieg unter sich ausmachten. 1000 Meter vor dem Ziel trat Claudius Kühn als erster an und schien bis zum Zielband in Führung zu liegen. Mit der höheren Endgeschwindigkeit zog Anlauf noch vorbei und wurde von Zwift als erster vor Sebastian Riedel gewertet. Zeitgleich auf Platz 3 rangierten Klaus Näher, Claudius Kühn und Julian Gebele. Bei den Damen gelang Juliana Zapata der erste Sieg in der laufenden Rennserie.

RSC Kempten Indoor Vereinsmeisterschaft 2021 – Rennen 4

Offizieller Rennbericht:

Rieger verschenkt Sieg beim 4. Lauf zur Indoor-Vereinsmeisterschaft

Ein Missverständnis kostete Top-Favorit Patrick Rieger den Sieg beim 4. Lauf zur Indoor Vereinsmeisterschaft des RSC AUTO BROSCH Kempten 2021. Auf dem Kurs der Straßen-WM 2015 in Richmond über 17km und 140hm lies es der 25-jährige Mountainbiker aus Marktoberdorf in Führung liegend nach der vermeintlichen Zieldurchfahrt ausrollen, tatsächlich befand sich das Ziel aber knapp 400m dahinter. Das kurze Rennen wurde wie erwartet erst 5 Kilometer vor dem Ziel an den beiden aufeinanderfolgenden Anstiegen Libby Hill und 23rd Street entschieden. Bis dorthin blieb der Großteil des Fahrerfeldes zusammen. Eine Attacke von Youngster Silvan Anlauf 1 Kilometer zuvor wurde vereitelt. Rieger, Riedel, Gebele und Kühn gingen als erste über die letzte Bergwertung und mit knapp 10 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger in den 1,5 Kilometer langen Schlussanstieg. Dort zog Rieger unwiderstehlich davon, wurde dann aber auf den letzten Metern vor dem tatsächlichen Ziel noch von den zeitgleich auf Platz 1 gewerteten Sebastian Riedel und Julian Gebele über- und von Sebastian Kühn eingeholt und musste sich zeitgleich mit diesem mit Rang 3 zufriedengeben. Bei den Damen setzte Sabrina Kinzel ihre Siegesserie fort.

Zwift Racing League Season 2 – Race 4

Da die RSC-Vereinsmeisterschaft gestern Pause hatte, durfte ich heute mit frischen Beinen in das vierte Rennen der Zwift Racing League gehen, einem Einzelrennen auf dem WM-Kurs von 2019 in Harrogate über 2 Runden mit insgesamt 28km und 490hm. Viele mögen die Strecke nicht, weil sie ständig bergauf und bergab geht. Ich mag sie, denn die Anstiege sind relativ lang und relativ flach, d.h. sie werden nicht so schnell gefahren und deshalb hab ich die Chance dranzubleiben.

88 Fahrer waren am Start und am ersten Anstieg unmittelbar nach dem Start fiel schon gut die Hälfte zurück. An der Bergwertung zum Yorkshire KOM gab es die ersten Punkte unterwegs, aber wie immer nur für Platz 1-10 bzw. die schnellsten 10. Da ging ich als 14ter erstmal leer aus. Dafür reichte es dann bei der ersten Sprintwertung dank Aero-Power-Up zur am Ende 8-schnellsten Zeit. Vorne waren 8 Mann weg, aber in der ersten Verfolgergruppe befanden sich neben mir noch 4 meiner 5 Team-Kollegen. Gemeinsam holten wir noch einen zurückgefallenen Fahrer ein und in der zweiten Bergwertung konnte ich als 8ter und in der zweiten Sprintwertung als 9ter noch ein paar Extra-Pünktchen sammeln. Am Schluss musste ich mich dann zwar mit Rang 12 begnügen, aber das war meine beste Platzierung in der Liga bisher.

GCA eSports Liga 2021 – Race 1

„Unser Pendant zur Straßenrad-Bundesliga öffnet ab dem 30. Januar 2021 wieder seine Pforten für Jedermann-, Lizenz- und Nachwuchssportler. Auf 5 unterschiedlichen Strecken mit unterschiedlichen Anspruchsniveaus ermitteln wir auch in diesem Jahr wieder die schnellsten ‚Zwifter‘ Deutschlands.“ So präsentiert der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) die zweite Auflage der virtuellen Rad-Bundesliga 2021. Durchgeführt wird die Rennserie wie im vergangenen Jahr von der German Cycling Academy und live auf YouTube übertragen, kommentiert von Bastian Marks (Besenwagen Podcast) und Lennart Klein (Zwift Territory Manager DACH).

Da bin ich natürlich wieder dabei und vermutlich wieder als ältester und langsamster Teilnehmer. Das erste Rennen fand heute auf dem „France – Casse Pattes“ Kurs mit 2 Runden über insgesamt 47km und 310hm statt. Punkte gibt es nur für Platz 1 bis 75. Bei 308 Startern war ich daher von vornherein raus. Egal. Dabeisein ist alles. Wie befürchtet tat sich bereits 2 Kilometer nach dem horrend schnellen Start eine Lücke vor mir auf und die ersten 230 Fahrer waren erst mal weg. Meine ca. 20 Fahrer starke Verfolger-Gruppe fuhr aber schön zügig und konstant und nach und nach holten wir einige abgehängte Fahrer ein. Am ersten Anstieg zum Petit KOM schrumpfte die Gruppe auf ca. 10 Mann und in der zweiten Runde konnte ich mich dort noch ein paar Plätze vorarbeiten. Im Sprint meiner Gruppe konnte ich mir zwar nicht mit Ruhm bekleckern, aber Zwiftpower führt mich immerhin vorläufig auf Platz 179, die offiziellen Ergebnisse gibt ’s am Montag.

CADEsport Race

Die Zwift-Alternative CADEsport, Nachfolger von CVRCade, tut sich offensichtlich trotz des allgegenwärtigen Indoor-Booms schwer, in der virtuellen Radsport-Welt Fuß zu fassen. Zu Unrecht, denn die Software ist in der aktuellen Beta-Version weiterhin kostenlos und wird permanent weiterentwickelt. Alleinstellungsmerkmal ist nach wie vor die sog. „Physical Equalisation“, d. h. die Leistung wird nicht absolut nach Watt pro Kilo umgerechnet, sondern relativ nach dem individuellen Leistungsvermögen. Vereinfacht gesagt: Ein Hobby-Fahrer, der 100% gibt, fährt im Game schneller als ein Profi, der nur 90% seines Leistungsvermögens gibt. Rennen, Group-Rides und Workouts kann man jederzeit fahren und bekommt dann ein paar Computer-Bots als Mitfahrer gestellt. Mehrmals pro Woche finden aber auch termingebundene Rennen statt, zu denen man sich anmelden kann.

Ich bin heute zum ersten Mal ein solches Rennen mitgefahren. Unter den 31 Startern waren einige Bekannte aus dem CVRCade Vorgänger. Ob es sich bei dem Rest um echte User oder Bots gehandelt hat, weis ich nicht. Im Gegensatz zu Zwift kann man entweder manuell oder automatisch eine von 8 oder 9 Fahrspuren, vergleichbar mit einer Leichtathletik-Bahn, wählen und man kann stürzen, wenn man in die Spur eines anderen wechselt oder zu schnell in einer Kurve ist. Einen Sturz sollte man tunlichst vermeiden, denn der Avatar legt sich sofort mit 0 km/h ab und braucht einige Sekunden, um wieder aufs Rad zu steigen und wieder Geschwindigkeit aufzunehmen. Die Geschwindigkeit, die eine Kurve verträgt, wird einem in einem Tachograph auf dem Bildschirm angezeigt, was sehr hilfreich ist, den in CVRCade musste man noch alle Kurvengeschwindigkeiten auswendig lernen oder sich „Spickzettel“ anfertigen. Das Rennen war ganz unterhaltsam und die Avatar-Pose nach der Zieldurchfahrt ist auch ein nettes Grimmik.

Zwift Racing League Season 2 – Race 3

Beim dritten Rennen schon mein dritter Einsatz in der League, obwohl ich eigentlich nur als Ersatzfahrer vorgesehen war. Ein Teamkollege ist vor kurzem Papa geworden und hat nachvollziehbar Wichtigeres zu tun, als die Rolle zu treten. OK, da spring ich ein, um wenigstens den einen Punkt zu holen, den es für das Finishen auf dem „Innsbruck KOM After Party“ Kurs gibt. 35 km mit 640 hm sind schon mal nicht ohne und dummerweise sind auf den drei Stadtrunden vor dem Berg jede Menge Sprintpunkte zu holen. Es wird also vom Start weg erstmal brutal schnell werden. Ideal für mich. Nicht.

Und wie erwartet wurde ich im Anstieg auf der ersten Stadtrunde gleich mal distanziert und ging als 40ter von 85 Startern über die Kuppe. Danach waren die Beine schwer wie Blei, aber ich konnte mich in den nächsten zwei Runden in der gut 10-köpfigen Verfolgergruppe halten. Nach 30km begann dann das gut 20-minütige Leiden hinauf zur Bergwertung. Vorher hatte ich mir noch ein Gel reingedrückt und das zeigte Wirkung, denn bis zum KOM konnte ich noch knapp 20 Fahrer ein- und überholen. Eine Top10-Platzierung in der KOM-Wertung habe ich zwar knapp verpasst, aber als Gesamt-23ter gab es dann statt dem einen Finisher-Punkt doch noch deren 18 in der Gesamtwertung. Knapp 100 TSS in 1:04h sind auch ganz ordentlich. Meine Teamkollegen haben fleißig in den Sprints gepunktet und damit dürften wir in der Tageswertung recht weit vorne liegen. Hat sich also doch gelohnt, an den Start zu gehen. 🙂