Rapha #Festive500 Tagebuch

Seit 10 Jahren gibt es die von dem britischen Radsport-Bekleidungshersteller Rapha ins Leben gerufene Herausforderung, zwischen dem 24. und dem 31. Dezember 500 km Rad zu fahren. So sehr ich alle bewundert habe, die diese Challenge in den vergangenen Jahren gemeistert haben, war sie für mich bislang uninteressant. Mehrtägige Verwandtschaftsbesuche in dieser Zeit (ohne Rad) und Schneeglätte im Allgäu liesen eine erfolgreiche Teilnahme wenig sinnvoll erscheinen. 2020 ist (wie so vieles) alles anders. Verwandschaftsbesuche fallen Corona-bedingt zum größten Teil aus und erstmals zählen heuer auch Indoor-Kilometer. Deshalb bin ich zum ersten Mal dabei.



Tag 1 – 24.12.20

Traditionell findet am Heilig Abend vormittags immer der Weihnachts-Cross des RSC Kempten statt, eine Offroad-Ausfahrt mit anschließender Stollen-, Plätzchen- und Glühweinverkostung, die bislang immer gut besucht und recht lustig war. Kontaktbeschränkungen liesen die Veranstaltung heuer aber leider nicht zu. Deshalb habe ich ein RSC Meet-Up auf Zwift organisiert: 2 Stunden auf dem Tempus Fugit Kurs. Das Chatten unterwegs mit über 20 anderen RSClern lies die Zeit schnell vorbeigehen und mit Einfahren waren die ersten 93 km im Sack.


Tag 2 – 25.12.20

Leise rieselt der Schnee(regen) im Allgäu. Kein Wetter für Luschen, deshalb auch heute wieder Rolle. Passend zum Thema war um 11.00 Uhr eine „Rapha Festive 500“ Gruppenfahrt angesetzt, aber leider nur mit 60 Minuten Dauer. Ziemlich sinnlos, wenn man in 8 Tagen das 500 Kilometerziel erreichen will. Aber man kann ja auch nach einer Gruppenfahrt noch weiterfahren. Deshalb zunächst mit knapp 2.000 anderen Zwiftern einen Teil der Petit Boucle Strecke mitgerollt und dann noch etwas verlängert. Und schwupp die nächsten 150 km im Sack.


Tag 3 – 26.12.20

Heute endlich echtes Rapha 500 Feeling: 3 Grad minus, Sonnenschein und Salzwasser-Straßen. Da musste die Gravel-Möhre raus. 2 1/2 Stunden Slalomfahren um die Volkswandergruppen (seit wann geht man eigentlich mitten auf öffentlichen Straßen spazieren?) waren dann aber auch genug und weitere 65 km im Sack.


Tag 4 – 27.12.20

Weniger Sonne, weniger Wärme, aber trockene Straßen gab es heute im Unterland. Schutzbleche wären nicht notwendig gewesen, aber sicher ist sicher. Deshalb noch mal mit der schweren, frisch geputzten Gravel-Möhre raus. Unterwegs noch einen unbekannten Fan aufgerollt, aber nach 3 Stunden Tiefkühltruhe hat es dann auch gereicht und weitere 82 km im Sack. Halbzeitbilanz: 390 km, davon 243 km indoor und 147 km outdoor.


Tag 5 – 28.12.20

Ok, dann halt wieder Rolle. 25 Runden Volcano Crit deckte knapp die fehlenden Kilometer ab. War aber eine recht zähe Angelegenheit. Egal, nochmal 111 km und durch mit der Challenge.


Tag 6 – 29.12.20

Nach der Pflicht kommt die Kür. Das kleine Zeitfenster am Abend wurde für den Zwift „Lutscher“ Kurs in Innsbruck genutzt. Zweimal den KOM hoch und weitere 33 km im Sack.


Tag 7 – 30.12.20

Heute durfte der Crosser mal wieder raus. 3 Stunden Unterland mit einer steifen Westbrise bescherten weitere 77 km.


Tag 8 – 31.12.20

Finale. Nochmal gute 2 Stunden bei 0 Grad mit dem Crosser auf den fast trockenen Straßen unterwegs und die letzten 60 km eingesackt. Damit war ich insgesamt 673 km und 5.100 hm auf dem Rad, davon an 4 Tagen 286 km und 2.398 hm outdoor und den Rest an den anderen 4 Tagen indoor. Letzteres war deutlich angenehmer. Schon das An- und Auskleiden und die Radpflege nachher dauerte bei den Outdoor-Fahrten jeweils mindestens eine halbe Stunde länger und schnell unterwegs ist man als Michelin-Männchen bei Temperaturen von höchstens 0 Grad draußen auch nicht gerade. Da lassen sich die Kilometer auf der Rolle viel schneller abspulen. Vielleicht sollten die Indoor-Kilometer für die Challenge nur halb soviel zählen, aber letztendlich ist ja nur wichtig, dass man sich überhaupt körperlich betätigt.

Allgäuer November Gravel-Bike-Runde

Wir haben den 28.11.2020, es ist knapp über 0 Grad warm und die Sonne scheint. Typisches November-Wetter im Allgäu und die ideale Zeit für eine relaxte Feierabend Gravel-Bike-Runde. Aufgrund der geringeren Geschwindigkeit friert man weniger als auf der Strasse, ist weg vom Verkehr und kann Landschaft, Luft und Sonne besser genießen. Mein Gravel-Tipp von Kempten aus ist eine gut 50 km lange Runde mit knapp 1.000 hm über Ermengerst, Eschach, Gletscher Alp, Schneiders Brotzeitstube, Rechtis, Wachters Alpe und den Niedersonthofener See: Überwiegend in der Sonne, geringer Asphaltanteil, ein paar S0-Trails und Top-Alpenpanoramen.

Dauertest CUBE NUROAD SL 2020 3.108 km – 32.405 hm

Das günstige Gravel-Bike hat sich in den vergangenen 11 Monaten bestens bewährt und den ersten guten Eindruck bestätigt. Auch nach über 3.000 km gab es keinen Grund zur Beanstandung. Der Rahmen ist stabil, die Anbauteile sind solide, die Laufräder schnurren und sind leichtgängig und Schaltung und Bremsen sind top. Ich komme auch an steilen Anstiegen gut bergauf, kann bergab bis über 50 km/h mittreten und selbst bei längerem Bremsen bergab mit Kurven gibt es keine Schleifgeräusche von den Bremsscheiben. Die einzige aber gravierende Änderung seit dem letztem Bericht war die Umrüstung auf die WTB Riddler 45mm Reifen und Tubeless nach 2.638 km.

Die Serien-Laufräder Mavic Allroad sind bereits mit einem Tubeless-Felgenband versehen, so dass ich mir nur die Mavic UST Ventile und die Schwalbe Doc Blue Milch als Abdichtungsflüssigkeit besorgen musste. Was genial war: Die WTB Riddler konnten mit einer herkömmlichen Standpumpe soweit aufgeblasen werden, dass der Reifen ohne Schlauch und Milch an den Felgenrand ploppte, d.h. es waren weder CO2-Kartuschen noch ein Kompressor zur Montage erforderlich. Milch über das Ventil einfüllen, wieder aufpumpen und fertig. Nach drei Ausfahrten waren die Reifen dicht. Mit 2 bar rollen die Reifen auf Asphalt bestens und bieten auch im leichten Gelände ausreichend Grip und Komfort. Die Umrüstung auf Tubeless kann ich absolut empfehlen, denn weniger Druck im Reifen ohne Angst vor einem Durchschlag zu haben erhöht den Fahrspass bei einem ungefederten Gravel-Bike ungemein. Mit 45mm Reifenbreite ist der Rahmen aber absolut ausgereizt. Mehr geht weder in der Gabel noch zwischen den Kettenstreben und durchgehende Schutzbleche lassen sich bei dieser Reifenbreite auch nicht mehr montieren.

Einen Schaden hatte ich beim Zubehör: An meiner Topeak Fastfuel Drybag Oberrohrtasche riss auf einer Gravel-Tour die Lasche für die Befestigung am Vorbau/Steuersatz komplett aus. Ich habe zwar anstandslos eine neue Tasche bekommen, aber vielleicht ist das Teil bauartbedingt dauerhaft nur für Fahrten auf Asphalt und nicht für Off-Road Rüttelpisten geeignet. Schade, denn die Tasche gefällt mir sehr gut. Sie ist leicht, wasserdicht und „aero“, stört nicht beim Fahren und bietet ausreichend Platz für ein Paar Riegel, Pumpe, Schutzmaske, Kleingeld etc.

Ich hab mir jetzt mal die Topeak Toploader Tasche verbaut. Die bietet zwar etwas mehr Stauraum, ist aber deutlich voluminöser und klobiger. Im Wiegetritt kann die Taschenbreite stören. Ein Regenschutz-Cover ist integriert und muss ggf. über die Tasche gestülpt werden. Die Befestigungsstraps machen dafür einen robusteren Eindruck.

Dauertest CUBE CROSS RACE C:62 SLT 2018 – 3.032 km

3.032 km und 35.649 hm hat der Crosser jetzt weitgehend anstandslos absolviert. Zwei kapitale Durchschläge auf Forstweg-Schlaglöchern (einmal vorne, einmal hinten) haben die Tubolito-Schläuche leider nicht überlebt, die Newmen Advanced R.38 Carbon-Felgen aber sehr wohl. Der Maxxis Speed Terrane am Hinterrad war nach 1.314 km und 13.600 hm abgefahren. Jetzt sorgt ein Conti Cyclo X-King in 32mm für mächtig Grip und rollt auch ganz anständig. Den zu breiten Original Sattel (250g) habe ich durch meinen bevorzugten Tune Speedneedle (92g) ersetzt und die linke Ultegra-Kurbel gegen eine 105er-Stages Wattmesser-Kurbel getauscht. Die passt farblich zwar nicht zur rechten Kurbel, beide sieht man aber eh nie gleichzeitig und die Stages-Kurbel war als Auslaufmodell extrem günstig. Langfristig will ich die Wattmessung mit MTB-Pedalen realisieren.

Probleme gab es bei einem Hinterradaus- bzw. Wiedereinbau: Der mit einer winzigen Schraube fixierte Gewindeeinsatz für die Steckachse auf der Schaltungsseite hatte sich offensichtlich gelockert und die Steckachse lies sich nicht mehr einschrauben. Das Teil gibt es nicht einzeln sondern nur zusammen mit dem Schaltauge unter der CUBE Artikel-Nr. 10063.

Lieferzeit im Netz: 6 Wochen. Zum Glück gibt es den freundlichen CUBE-Händler vor Ort: Wildrad-Chef Walter baute das Teil kurzerhand aus einem anderen Rad aus und gab mir zur Sicherheit auch gleich eine neue Steckachse mit. Top-Service!

Bike in the City 2019

Wer meint, schöne MTB-Trails gibt es nur abseits der Zivilisation, der irrt. Zumindest in Kempten (Allgäu). Hier lädt der RSC Kempten Tourenfachwart Walter alljährlich zu „Bike in the City“ ein, einer gut 2-stündigen MTB-Tour innerhalb des Stadtgebiets von Kempten mit einem sensationellen Trailanteil von ca. 90 Prozent. Selbst alteingesessene Kemptner entdecken dabei unbekannte Örtlichkeiten, die anschließend bei Dosenwurst und Allgäuer Brauhaus Bier in Walters Kellerbunker ausgiebig gewürdigt werden.

Dauertest CUBE CROSS RACE C:62 SLT 2018 – 489km

Der neue Crosser hat nun 8 Ausfahrten mit 489 km und 6.217 hm hinter sich. Gegenüber der Serienausstattung habe ich zunächst die Shimano Wireless Unit EW-W111 nachgerüstet.

Das kleine Teil wird an beliebiger Stelle in die Di2-Verkabelung eingefügt (zusätzliches Shimano Kabel EW-SD50erforderlich!) und ermöglicht das Auslesen der Ritzelstellung und das Ladezustands des Akkus über einen ANT+ fähigen Bike-Computer, wie Garmin oder Wahoo, sowie die Schaltungseinstellung via Bluetooth über die Shimano E-Tube-App. Das Teil ist mit einem Straßenpreis von ca. 70,- EUR (+ ca. 15,- EUR für das zusätzliche Kabel) nicht ganz billig, aber die Ritzelstellung im Bike-Computer-Display ist ein angenehmes Feature, welches das Herunterschauen zur Kassette am Hinterrad überflüssig macht und zusätzliche Sicherheit auf dem Trail mit sich bringt.

Nach 376km und 4.460hm habe ich die Serienbereifung Schwalbe X-ONE Allround vorne (380g) und Schwalbe X-ONE Bite hinten (460g) nach Empfehlung von Wildrad-Chef Walter auf Maxxis Speed Terrane vorn und hinten (373g und 360g) und die tubolito-Schläuche (Turbo CX / Gravel 30-40mm, 60mm Ventile, 52g) umgerüstet und dabei überrascht festgestellt, dass vorne ein Schwalbe Extralight No. 20 Schlauch  (77g) für 18-25mm Reifenbreite verbaut war. Leicht, aber nicht zu dem 33mm breiten Mantel passend. Vielleicht war das die Ursache für den leichten Druckverlust, den ich bis dahin am Vorderrad hatte. Hinten war dagegen ein passender Schwalbe Extralight No. 18 Schlauch (112g) für 28-44mm Breite montiert. Die Umrüstung brachte damit einen Gewichtsvorteil von 30g vorne und 160g hinten mit sich. Soweit so gut, aber:

Am Abend mit 4 bar aufgeblasen (Maxxis Empfehlung: 3.4 – 5.1 bar) hatte der Vorderreifen am nächsten Tag nur noch ca. 1.5 bar intus, während der Hinterreifen die Luft gehalten hat. Wieder auf 4 bar aufgepumpt musste ich nach 1,5 Stunden Fahrzeit nachpumpen, weil der Reifen gefühlt wieder deutlich unter 2 bar hatte. Am Abend dann nochmal auf 4 bar aufgepumpt und das Ventil handfest zugedreht, nachdem in diversen Forenbeiträgen davon die Rede war, dass ein (zu) lockerer Ventilsitz Druckverlust beschert, aber am nächsten Morgen wieder das gleiche Spiel: vorne fast platt. Also den tubolito Schlauch vorne ausgebaut und tatsächlich: die einzige Undichtigkeit des Schlauchs im Wasserbad war das Ventil. Am Ende des orangen Plastikstulpens des Ventils tritt Luft aus. Ich könnte ja mit einem Nachpumpen vor jeder Fahrt leben, aber ein Nachpumpen jede Stunde geht gar nicht. Den tubolito vorne habe ich vorerst durch den ursprünglich am Hinterrad verbauten Schwalbe Extralight No. 20 Schlauch ersetzt. Der hält die Luft bis jetzt.

Ansonsten macht das Bike mit seinem geringen Gewicht und seiner Leichtfüßigkeit richtig Spaß im Gelände und läuft auch auf der Strasse fast so schnell wie ein Rennrad. Das 46/36 Kettenblatt gefällt in dem crosstypischen Geschwindigkeitsbereich von 20 – 40 km/h gut, ein Nachjustieren beim Kettenblattwechsel ist wegen der geringeren Zähnedifferenz viel seltener nötig als bei einem Rennrad mit Compact- oder Heldenkurbel. Die Maxxis Speed Terrane rollen auf trockenem Untergrund (alles andere versuche ich ohnehin zu vermeiden) bestens und selbst bergab, in Kurven und beim Bremsen auf losem Untergrund scheint der Reifen mehr Reserven zu bieten, als ich mich derzeit traue auszuloten.

Update 24.02.2019: Der schlaffe turbolito-Schlauch hat mir keine Ruhe gelassen und so habe ich mal den Ventileinsatz rausgeschraubt, das Gewinde mit UHU Alleskleber beträufelt und jetzt scheint das Teil besser zu dichten.

Dauertest CUBE CROSS RACE C:62 SLT 2018

Neues Bike im Dauertest: Passend zur Jahreszeit hat sich ein 2018er Cross-Bike CUBE CROSS RACE C:62 SLTeingefunden. Abgesehen von der Lackierung im Wesentlichen identisch mit dem 2019er Modell, insbesondere wurden die Laufräder nach dem Newmen-Rückruf durch die neuen R.38 Carbon Laufräder ersetzt. In der Rahmenhöhe 56 wiegt das Stollen-Geschoss in der Serien-Auslieferung mit 11-32 Ultegra Kassette ohne Pedale exakt 8.0kg, ein Top-Wert für ein Cross-Rad mit Scheibenbremsen und Di2-Schaltung. Bei den ersten beiden Ausfahrten macht sich das geringe Gewicht beim Beschleunigen und bergauf deutlich positiv bemerkbar. Gleichzeitig federt das Bike spürbar mehr als mein altes Alu-Cross-Rad. Die Standard-Cassette 11-28 hab ich bei meinem freundlichen Händler Wildrad in Wildpoldsried gegen eine 11-32 Kassette tauschen lassen, aber trotzdem ist die kleinste Übersetzung von 36-32 durchaus sportlich. Kurze Rampen kann man damit schon hochdrücken, längere Anstiege auf Schotter oder anderem nicht-asphaltiertem Untergrund erfordern aber eine solide Druckentfaltung im Oberschenkel. Letztendlich muss man seine Trainings-Strecken halt anpassen: Längere Steigungen mit 10 Prozent aufwärts auf unbefestigtem Untergrund sind nicht fahrbar, aber dafür rollt das Rad auch abseits befestigter Wege fast so schnell wie ein Rennrad. Insbesondere im Herbst/Frühjahr bei Kälte, Wind, nassem Laub, Split etc. das optimale Gefährt. 🙂