Graveln auf den Spuren von MTB-Enduro-Pro Ines Thoma

Schon lange benutze ich die Plattform Komoot zum Planen von Rennrad- und Gravel-Bike-Touren und übernehme dabei gerne Streckenabschnittsempfehlungen anderer Nutzer. Komoot schlägt einem aber auch komplette Routen vor, die andere Nutzer gefahren sind und öffentlich gestellt haben. Durch Zufall bin ich so auf eine Gravel-Runde gestossen, die Ines Thoma, MTB-Enduro-Pro vom Canyon Factory Team, vor einigen Tagen von Wildpoldsried aus in Richtung Kaufbeuren gefahren ist, eine Gegend in der ich mich so gut wie gar nicht auskenne. Und wenn man sich irgendwo nicht auskennt, fährt man am Besten erstmal Touren der Locals nach. Die Runde hat auch nicht enttäuscht. Nach einer längeren Anfahrt auf asphaltierten Nebenstraßen führte mich die Strecke landschaftlich reizvoll entlang der Wertach bis südlich von Kaufbeuren auf mir dann doch bekannte Streckenabschnitte des Auerberg MTB Marathons und wiederum auf Nebenstrassen und Waldwegen zurück nach Wildpoldsried. Ines hatte auch eine kleine Enduro-Sektion an der “Fliehburg” zwischen Apfeltrang und Aitrang eingebaut, einer ehemaligen keltischen Sippensiedlung und Bauernfliehburg aus der Hunnen und Schwedenzeit um das Jahr 1500. Dort zog ich es allerdings vor, ein paar Meter bergab zu schieben, um mir nicht meine morschen Knochen zu brechen…
Alles in allem eine schöne und abwechslungsreiche Runde, die sich nachzufahren lohnt.

Original-Runde von Ines Thoma: https://www.komoot.de/tour/719067313

Infamous Stiffs

“A relentless assault of loud infectious hooks and grooves, that’ll make you shake and make ya move!” So beschreiben sich die 2019 gegründeten Infamous Stiffs aus Kalifornien, fünf ältere Männer mit langjähriger Vergangenheit in diversen Punk Rock ‘n’ Roll Bands. Und das ist nicht zu viel versprochen, die Herrschaften rocken nicht nur auf ihrem aktuellen Album “Kill for the Sound” auch live ganz gewaltig.

RSC Kempten Frühjahrsausfahrt

Die Straßen im Allgäu sind schneefrei und die Temperaturen steigen auf zweistellige Werte: Höchste Zeit für die erste offizielle Rennrad-Ausfahrt des RSC Kempten 2022. 2 Damen und 10 Herren verschiedener Alters- und Leistungsklassen fanden sich am 20.03.2022 zur kurzfristig angesetzte 100km-Runde ins Unterland ein und rollten zusammen im GA1-Tempo auf Nebenstraßen zunächst gegen den Wind in Richtung Norden und anschließend mit dem Wind zurück nach Hause. Ein Reifendefekt unterwegs wurde mit gemeinschaftlicher Hilfe behoben, ansonsten gab es keine besonderen Vorkommnisse abgesehen von einem Herren, der als Einzigster in kurzen Hosen, aber mit unrasierten Beinen an der Start ging 😉 . War schön, alte und neue Rennsportler/innen mal wieder live und nicht nur virtuell zu treffen und lenkte ein wenig von den aktuellen negativen Ereignissen ab.

Zwift Clubs

Mit dem letzten Update hat Zwift begonnen, die Club-Funktion für (fast) alle auszurollen. Wer mindestens Level 20 hat, kann jetzt in der Zwift Companion App seinen eigenen Club erstellen. Aktuell ist die Funktion noch auf maximal 100 Mitglieder und ein Mindestalter von 16 Jahren beschränkt und man kann nur in höchstens 3 Clubs gleichzeitig Mitglied sein. Neben Gruppenausfahrten mit Leader und Sweeper kann man nun im Club Bereich auch auf allen offiziellen Zwift-Strecken private Rennen veranstalten. Diese neue Funktion kam gerade recht, um die Indoor Vereinsmeisterschaft des RSC AUTO BROSCH Kempten darüber laufen zu lassen. Das Procedere ist relativ einfach: der Club Inhaber erstellt in der Companion App ein Event und jedes Club-Mitglied kann (nur) über die App daran teilnehmen. Das Ganze läuft dann wie sonst auch bei allen Events ab, nur bei zwiftpower.com wird das Rennen nicht gelistet. Auf dem Kurs sind die Teilnehmer alleine unterwegs und jeder bekommt das Ergebnis nach der Zieldurchfahrt online sowie in der Companion App angezeigt. Hat beim ersten von 5 Rennen der RSC Indoor Vereinsmeisterschaft am 24.01.2022 ganz gut funktioniert.

Zwift Bologna TT

Eine der wenigen Strecken auf Zwift, die nur in einem Event fahrbar sind, ist die nachgebaute Strecke des Prologs des Giro d’ Italia 2019: ein Einzelzeitfahren über 8,12 km und 236 hm. Die Strecke beginnt in der historischen Altstadt von Bologna mit einem sechs Kilometer langen Flachstück und endet mit einem steilen Anstieg von 2,1 Kilometern, der eine durchschnittliche Steigung von 9,7 Prozent und eine maximale Steigung von 16 Prozent aufweist.

Gewonnen hat 2019 Primus Roglic (Team Jumbo – Visma) in 12:54 min. 175ter und Letzter wurde Matti Breschel (EF Education – Nippo) in 16:24 min. Pechvogel des Tages war Hiroko Nishimura (Nippo – Vini Fantini – Falzane), der in 17:30 min als einziger Profi das Zeitlimit verpasste und damit bereits nach dem ersten Tag der dreiwöchigen Rundfahrt wieder abreisen durfte.

Der Kurs ist die beste Gelegenheit, sich einmal mit Profis zu messen, und wer das entsprechende Zwift-Level erreicht hat, kann seinen Avatar auch mit Profi-Material ausstatten. Ich kann seit Jahren auf Endlevel 50 aus dem Vollen schöpfen, war am 09.12.21 beim Kiss Racing Team / FastFitnessTips iTT series Race auf einem Canyon Speedmax CF SLX Disc mit Lightweight Meilenstein Laufrädern am Start und gewann unerwartet Dank schwacher Besetzung und einem technischen Problem eines Konkurrenten, der bis 270m vor dem Ziel mit 6,2 w/kg unterwegs war (was wohl eine Top10 Platzierung beim Giro-Prolog bedeutet hätte…), in einer Zeit von 17:56 min. Damit wäre ich beim Giro 2019 haushoch aus dem Zeitlimit gefallen. Alles andere wäre aber auch völlig unrealistisch gewesen.

Meine Zwift-Rennen streame ich auf Twitch. Hier gibts den Stream vom Rennen:

Übrigens trage ich hier das LeCol Wahoo Indoor Trikot. Gibt es mit diversen Rabatt-Codes immer wieder für einen schmalen Taler und fühlt sich Dank effektiver Schweißabfuhr tatsächlich besser an als Outdoor-Trikots.

6 Jahre Zwift

Seit dem 25.10.2015 bin ich Zwift-User. Schon viele Jahre vorher habe ich als Amateur in den den 80ern im Winter gelegentlich auf einer freien Rolle trainiert, aber natürlich „offline“. Ab 2012 bin ich dann auf verschiedenen Tacx Wheel-On Trainern mit PC-Anbindung die ersten Online-Rennen in der “Indoor Bike League” gefahren.

Im Oktober 2015 habe ich Zwift entdeckt. Damals noch in der Beta-Phase und in Deutschland absolut unbekannt. Und trotz diverser Ausflüge auf andere Indoor-Plattformen wie Rouvy, CVR, RGT, Fulgaz oder Bkool bin ich dabei geblieben. 58.000km und knapp eine halbe Million Höhenmeter sind dabei zusammengekommen, obwohl ich mich keinen einzigen Zentimeter nach vorne oder nach oben bewegt habe. 😉

Laut zwiftpower.com war ich bei 503 Rennen am Start. Und bis auf zwei, bei denen mich ein Bug fehlgeleitet hat, alle gefinisht und sogar ein paar gewonnen. Besser als im echten Leben, haha. Mit 1,2 Millionen XPs, seit ewigen Zeiten auf Level 50, alle guten Rahmen und Laufrädern in der Garage und 10 Millionen Drops auf der Bank wäre es aber jetzt mal wieder Zeit für ein paar neue Gimmicks.

Dauertest CUBE NUROAD SL 2020 5.505 km – 60.167 hm

Kurzes Update: Nach rund 3.450km habe ich die serienmäßigen Laufräder gegen einen aktuell nicht verfügbaren Gravel-LR-Satz der Eigenmarke von Bike Components für läppische 399,- EUR mit Conti Terra Trail Reifen vorne und Conti Terra Trail Speed Reifen hinten in 40mm Breite (Tubeless) getauscht, was rund 400 Gramm Gewichtsersparnis gebracht hat. Der hintere Reifen war dann nach weiteren 1.800km abgefahren und wurde auch durch einen Conti Terra Trail in 40mm ersetzt. Grundsätzlich bin ich mit den Reifen recht zufrieden. Mit 1,8bar stellen sie einen guten Kompromiss zwischen Asphalt und Gravel dar. Ansonsten habe ich am Rad nur nach 4.860km die hinteren Bremsbeläge ersetzt. Die serienmäßig verbauten Shimano K03S Beläge sind aktuell nicht lieferbar, deswegen habe ich die Shimano JO2A Beläge mit zusätzlichen Kühlrippen verbaut. Passen einwandfrei.


Das Rad habe ich jetzt seit knapp zwei Jahren im Einsatz und abgesehen von dem üblichen Verschleiss gab es überhaupt keine Veranlassung für irgendwelche Reparaturen oder Beanstandungen. Bei einem Listenpreis von knapp 1.700,- EUR kann man da nicht meckern. Natürlich gibt es 1 – 2 kg leichtere Gravel-Bikes, aber die kosten dann auch gerne mal das Doppelte oder mehr und wer keine Rennen fährt, für den spielen ein paar Minuten hin oder her keine Rolle. Viel wichtiger ist, dass das Bike robust ist und Spaß macht. Einzige Kritikpunkte: Die kleinste Übersetzung von 40-42 ist mir auf längeren, steilen Rampen mit unbefestigtem Untergrund zu schwer und die offizielle Reifenbreite von maximal 40mm zu wenig. Deshalb werde ich das Rad hoffentlich bald durch ein neues Gravel-Bike ersetzen, das eine kleinere Übersetzung aufweist und breitere Reifen zulässt..