CVRcade World Cup

Die Zwift-Alternative CVRcade, über deren Closed Beta ich bereits berichtet habe, fristet nach wie vor ein Nischendarsein. Zu Unrecht. Mittlerweile ist die Software im Open Beta-Stadium für PC und Mac verfügbar, d.h. jeder kann sie downloaden und derzeit noch kostenlos nutzen. Als Trainingsplattform finde ich sie relativ uninteressant, als E-Sport-Plattform dagegen hoch spannend.

Anfang Oktober 2019 begann der erste CVR World Cup für jedermann, einer Rennserie mit einem Preisgeld von insgesamt 25.000 US Dollar. Nach einer kostenlosen Registrierung konnte man Dienstags, Donnerstags und Samstags an sogenannten Omniums teilnehmen, einer Serie aus 4 oder 5 kurzen Rennen auf verschiedenen Kursen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden und einer Gesamtdauer von ca. 1 Stunde. Für die Platzierung gab es Punkte, dazu Bonus-Punkte fürs Streamen, denn die Rennen wurden live auf der CVR World Cup Mixer-Seite übertragen und moderiert. Die besten sechs Rennen aus einer vier-wöchigen „Open-Session“ zählten für die daran anschließende „Bracket Session“: die zwei Punktbesten erhielten Wildcards, die nächsten 28 Bestplatzierten fuhren in sieben Omniums zu je vier Fahrern um den Einzug ins Viertelfinale.

In der Open-Session konnte ich mich auf Rang 5 platziert und war damit als Nummer 1 in meinem Bracket Session Omnium gesetzt. Eine Mitstreiterin konnte verletzungsbedingt leider nicht antreten und so traf ich am vergangenen Donnerstag auf Karl-Axel Zander und Jonathan Giron, beide bekannte Racer auf Zwift. Mit 4 glücklichen Siegen in 5 Rennen gelang mir der Einzug ins Viertelfinale.

CVRcade World Cup Bracketed Session Tournament – Zone L Full Highlights

It doesn't get much closer than this! Jonathan Giron, Karl Axel Zander and Sebastian Kuhn putting on a show in the Zone L of the CVRcade World Cup.Download CVRcade today at www.cvrcade.com 🚴‍♂️🎮

Gepostet von CVRcade am Donnerstag, 28. November 2019

Als viertbester der Vorrunde landete ich allerdings in einer extrem starken Gruppe mit Casey Schumm, Peter Castrop und Kyla Laguna. Im ersten und zweiten Rennen stürzten meine Konkurrenten nach einander, so dass ich mir eine komfortable Führung sichern und mit einem dritten Platz im dritten und letzten Rennen den Einzug ins eine Stunde später ausfetragene Halbfinale sichern konnte.

Dort schienen meine Chancen nach drei Stürzen im ersten Rennen und einem vierten und letzten Platz zunächst aussichtslos und ich musste im zweiten Rennen alles riskieren. Meine Konkurrenten Casey Schumm, Quentijn Mulleneers und Timothy Termont war sich uneinig und der Laufsieg brachte mich wieder ins Spiel. Ein Herzschlagfinale mit einem überaus glücklichen Sieg im dritten Rennen spülte mich dann doch noch unerwartet und unverdient ins Finale der letzten vier.

Nach den zwei vorausgegangenen Omniums und nur 15 Minuten Pause war ich jetzt aber ziemlich platt und wurde in den ersten beiden Rennen nur vierter und dritter. Mit einem Sieg im letzten Rennen konnte ich mich aber letztendlich noch auf Platz 2 hinter Tim Fulford und vor Casey Schumm und Niels Heldens schieben. Damit hätte ich vorher nie gerechnet und nebenbei brachte das noch 1.500 US Dollar Preisgeld für die Team-Kasse ein. Nicht schlecht für ein paar Stunden Rolle fahren. Nächstes Wochenende geht es ins „Grand Finale“. Dort warten nach zwei Renntagen sage und schreibe 5.000 US Dollar auf den Sieger.

Wer sich die 7 Stunden der Finalläufe komplett ansehen will:

Otti’s RSC MTB-Tour am 12.10.19

Bericht von der Tourenabteilung des RSC AUTO BROSCH Kempten (gegen den Begriff „Rentnergang“ muss ich mich allerdings entschieden verwehren):

MTB Abschlussfahrt mit der „Rentnergang“

Gestern fand die offizielle Abschlussrunde der Tourenabteilung für die Saison 2019 statt. Organisiert wurde diese letzte Ausfahrt traditionell von Wolfgang Ott. Wer vorher gehofft hat, die Saison würde damit ganz gemütlich zum Ausklang kommen, wurde allerdings eines besseren belehrt. Mit beinahe 70 km abwechslungsreicher Mountainbikestrecke gab’s dabei aber nichts geschenkt. Als kleine Entschädigung hatte unser „Otti“ vorher die Strecke mit einer Überraschung präpariert und konnte zwischendurch mit einer im Wald versteckten Brotzeit bei den Mittadlern ordentlich punkten. Bei einer späteren Einkehr konnten dann die anwesenden RSCler die vergangenen Saison nochmal Revue passieren lassen. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern, Guides und Organisatoren für die tollen und unfallfreie Saison und freuen uns jetzt noch auf einen goldenen Herbst.

Viele Grüße
Euer Team der RSC Tourenabteilung

Bike in the City 2019

Wer meint, schöne MTB-Trails gibt es nur abseits der Zivilisation, der irrt. Zumindest in Kempten (Allgäu). Hier lädt der RSC Kempten Tourenfachwart Walter alljährlich zu „Bike in the City“ ein, einer gut 2-stündigen MTB-Tour innerhalb des Stadtgebiets von Kempten mit einem sensationellen Trailanteil von ca. 90 Prozent. Selbst alteingesessene Kemptner entdecken dabei unbekannte Örtlichkeiten, die anschließend bei Dosenwurst und Allgäuer Brauhaus Bier in Walters Kellerbunker ausgiebig gewürdigt werden.

CVRcade closed beta

Zwift ist nach wie vor der Platzhirsch unter den Indoor Cycling Software Anbietern. Rouvy, Road Grand Tours, VirtuGo etc. tun sich schwer dagegen. Seit Dezember 2018 ist CVR mir ihrer Software CVRcade in einer „closed beta“ Version als weiterer Mitbewerber am Start. CVR war mit ihren Live-Events auf Zwift in 2017 Vorreiter des Indoor Bike E-Sports. Gerade ging eine erste Invent-only Liga aus 5 wöchentlichen Team-Wettbewerben mit mehreren tausend Dollar Preisgeld und prominenten Teilnehmern wie dem aktuellen UK-Zwift-Meister mittlerweile disqualifizierten UK-Zwift-Meister Cameron Jeffers und  der britischen Youtube-Größe Chris Pritchard zu Ende. Daneben finden aktuell regelmäßige Rennen am Dienstag, Donnerstag und Samstag statt.

Was CVRcade derzeit einzigartig macht ist

  • die Möglichkeit bzw. Notwendigkeit den Avatar über die Tastatur zu steuern (lenken) und die Möglichkeit/Gefahr zu stürzen, wenn man zu schnell in Kurven ist oder in einen anderen Avatar fährt und
  • die sogenannte Equalisation der eigenen Leistung, die bewirkt, dass es für die Geschwindigkeit des eigenen Avatars nicht auf die tatsächliche Wattleistung ankommt, sondern auf den Grad der Anstrengung, die man erbringt, so dass auch leistungsschwächere User stärkeren Fahrer/innen Paroli bieten können, wenn sie sich entsprechend anstrengen.

Daneben gibt es mehr (über ein Dutzend) verschiedene Powerups, die z.T. auch gleichzeitig verfügbar sind. Insgesamt gesehen ist der Gaming-Anteil deutlich stärker ausgeprägt als in Zwift, wobei es mitunter nicht gerade einfach ist, bei Maximalpuls die richtigen Powerups auszulösen bzw. die richtige Geschwindigkeit und Fahrlinie einzuhalten. Windschattenfahren und Windbeeinflussung auf den verschiedenen Tracks tun ihr Übriges, um das Rennenfahren auf CVRcade anspruchsvoll und abwechslungsreich zu halten. Die Teilnehmerzahlen bei den Events sind sich leider noch recht gering. Viele, die bereits den Zugang zur „closed beta“ erhalten haben, schreckt wohl die verglichen mit Zwift einfache Grafikdarstellung ab, aber wer hier mal Rennen gefahren ist, wird zumindest im Nachhinein feststellen, dass er mit Tempo, Steuern, etc. genug beschäftigt war und gar nicht groß auf die Optik der Software achten konnte.

Man darf gespannt sein, wie sich CVRcade weiter entwickelt. Sollte es auch künftig fette Preisgelder geben, dürften sich die Nutzerzahlen sicher deutlich erhöhen.