Allgäu Rundfahrt 2021 – Gravel-Runde

Über die „Corona-Edition“ der Allgäu Rundfahrt 2021 habe ich hier schon berichtet. Heute ging es auf die 52km lange Gravel-Runde. Anfang und Ende sind identisch mit der Strecke des Auto Brosch Bike Marathons. Und auch sonst ist die Strecke durchaus anspruchsvoll. Der Großteil der gut 850hm wartet bereits auf der ersten Hälfte der Strecke, teilweise in Form von kurzen, steilen und grobschotterigen Anstiegen und auch einige Abfahrten sind eher für MTBs als für Gravel-Bikes geeignet. Mit allzu schmalen Reifen und einer Straßenübersetzung sollte man deshalb besser nicht unterwegs sein. Dafür verläuft der Kurs bis auf wenige Kilometer verkehrsfrei ausschließlich auf Feld- und Waldwegen und ist komplett fahrbar. Hat Spaß gemacht.

Allgäu Rundfahrt 2021

Seit über 40 Jahren veranstaltet der RSC Kempten die Allgäu Rundfahrt, eine Radtouristik-Veranstaltung für jedermann auf den schönsten Nebenstrecken des Allgäus mit bis zu 2.000 Teilnehmern, coronabedingt heuer in einem anderen Format: Gefahren werden können zwei Rennrad-Strecken mit 50 bzw. 100km und eine Gravel-Strecke mit 52km an einem beliebigen Tag im Juni oder August 2021. Ohne Startgeld, aber mit der Bitte um eine kleine Spende, die zur Anpflanzung von Bäumen im Allgäuer Bergwald verwendet wird. Eine coole Idee in diesen bescheidenen Zeiten. Die Streckenbeschreibungen und gpx-files gibt es auf https://www.rsc-kempten.de/allgaeu-rundfahrt/. Ich habe mir heute die 100km-Strecke vorgenommen und am Start beim Autohaus Brosch in Durach zufällig „Frank the Tank“ getroffen. Gemeinsam sind wir die Runde abgefahren, die fast ausschließlich auf Nebenstrassen mit tollen Ausblicken verläuft, aber durchaus anspruchsvoll ist, denn es geht – wie üblich im Allgäu – ständig bergauf und bergab.

Mit dem Rennrad von Kempten an den Bodensee

Wer mit dem (Renn-)Rad von Kempten (Allgäu) zum Bodensee will, hat zahlreiche Optionen. Wenn es pressiert und man die kürzeste Strecke wählt, fährt man die meiste Zeit auf oder neben viel befahrenen Straßen. Will man nicht. Deshalb hier ein Tipp für eine zwar etwas längere Variante, aber dafür hauptsächlich auf Nebenstraßen und mit schönen Ausblicken sowie einer Zusatzschleife im Bodensee-Hinterland:

Zwift MTB Rennen mit Steuerung

Der Elite Sterzo Smart ist eine Vorderradstütze, die per Bluetooth mit Zwift verbunden werden kann und eine Steuerung des Zwift-Avatars durch Lenkeinschlag ermöglicht. Gibt es seit ca. einem Jahr, aber im freien Fahren ist die Option ziemlich unspektakulär und eigentlich uninteressant. Rennen, bei welchen die Funktion aktiviert ist, sind nach wie vor die große Ausnahme. Über eine solche Ausnahme bin ich heute bei der Suche nach einer Auslastung auf der Rolle bei bescheidenem Outdoor-Wetter gestolpert: Ein BCBR MTB Race über 2 Runden auf dem Spirit Forest Kurs der neuesten Makuri Islands – Erweiterung. Zugelassen waren nur MTBs. Zwiftpower hat mich zwar aufgrund meiner schlechten Leistungen in den letzten Rennen in die Kategorie „B (Almost A)“ heruntergestuft, aber ich habe mich trotzdem in der A-Kategorie angemeldet, weil ich keine Lust auf die B-Cat Sandbagger habe. Der Start war etwas konfus, weil die B-, C- und D-Startfelder vor der A-Cat auf die Strecke gingen, aber das übersichtliche Feld der 53 Starter hat sich schnell sortiert. Wie nicht anders zu erwarten fand ich mich am Ende der A-Cat wieder, und vor mir zusätzlich diverse B- und C-Kat Fahrer. War aber letztendlich nicht von Interesse, denn ich wollte eigentlich nur wissen, was die Steuerungs-Option im Rennen bringt. Fazit: Nicht wirklich viel. Klar, man kann Kurven schneiden und angeblich auch Konkurrenten ohne Steuerungs-Option aus dem Windschatten fahren, aber tatsächlich habe ich subjektiv weder durch die Wahl der Kurven-Innenlinie noch durch das Wechseln der Spur vor anderen Fahrern konkrete Vorteile für mich feststellen können. Vielleicht war das Starterfeld aber auch zu klein. Einziger spürbarer Effekt: Es wird anspruchsvoller, denn zum stupiden Treten kommt die mentale Anforderung dazu, jeweils die optimale Fahrlinie zu wählen. An langsameren Fahren fährt man aber bei aktivierter Steuerung auch ohne Spurwechsel (automatisch) vorbei. Vielleicht sollte Zwift das deaktivieren, denn dann wären Rennen, in welchen nur Starter mit Steuerung zugelassen sind, noch interessanter.

Warum ich Zwift das ganze Jahr über abonniert habe

Ja ich weiss, Zwift ist nur ein Computerspiel, wo alle bescheissen, unrealistische Schnitte fahren und was zählt sind eh nur die echten Kilometer draußen. Interessiert mich aber nicht, denn wenn es wie heute lokale Unwetter-Warnungen mit Blitz, Donner und Hagel gibt, dann fahre ich nicht draußen, sondern auf der Rolle. Dafür ist Zwift optimal geeignet, denn es ist immer verfügbar und es gibt rund um die Uhr diverse Möglichkeiten, sich solide auszupowern. Da kam mir heute das BST Mountaingoat Einzelzeitfahren auf dem Bologna-Kurs gerade recht: 11 Kilometer mit einem 2km langen Anstieg mit durchschnittlich 10 Prozent Steigung, eine fast ideale Strecke für einen 20min FTP-Test. Optimal ausgeruht war ich zwar nicht, aber immer noch besser, als zu Hause rumzusitzen und Fußball zu schauen. 😉

RSC Kempten – Nachwuchstraining

Radsport boomt, und zu meiner großen Freude auch im Nachwuchsbereich. Der RSC Kempten verzeichnet seit 2 Jahren einen stetigen Zuwachs an Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Interesse am MTB- und Straßen-Rennsport bekunden. Wir haben darauf reagiert und bieten diverse Trainingsmöglichkeiten für alle Alters- und Leistungsklassen an, wobei die Nachwuchsförderung beim RSC Kempten schon lange Tradition hat. Aktuell erfolgreichstes Beispiel ist World-Tour Profi Michael Schwarzmann (Team BORA hans-grohe). Für die U17/U19/U23 Nachwuchsfahrer stand heute eine 3-stündige Trainingsausfahrt an, der ich mich gerne angeschlossen habe, auch wenn die Burschen meine Kinder (oder Enkel) sein könnten. 😉
Trainer Tobias Paul rief unterwegs einige 20-sekündige Sprints auf, die ich großzügig ausgelassen habe. Stattdessen versuchte ich, die jungen Burschen mit einigen Ortschild-Attacken zu überraschen, was – wie nicht anders zu erwarten – nur bedingt gelang. Hat trotzdem Spass gemacht, denn es gibt nichts Schöneres als zu sehen, wie junge Menschen meine Leidenschaft teilen. 🙂

Der Gruß-August Praxistest: Wieviele Rennradfahrer/innen grüßen zurück?

Ich grüße alle Rennradfahrer/innen, die mir begegnen, oder die ich überhole. Mit Handzeichen oder zumindest Kopfnicken. Aber wieviel Prozent grüßt zurück? Gefühlt immer weniger. Deshalb heute ein hochwissenschaftlicher Praxistest auf einer sonnigen 3h-Sonntags-Runde im Oberallgäu: Ich habe immer mit Handzeichen gegrüßt und als Zurückgrüßer/innen wurden alle gewertet, die mit Handzeichen, Kopfnicken oder einem „Servus“ o. ä. reagiert haben. Das Ergebnis war ernüchternd: Von 38 Rennradfahrer/innen im Begegnungsverkehr haben gerade mal 12 zurückgegrüßt. Ein paar weitere habe ich nicht mit der Kamera erwischt, aber das Verhältnis war ähnlich. Viele der Nichtgrüßer haben sich offensichtlich richtig Mühe gegeben, ja nicht zu mir hersehen zu müssen. Was ist da los?